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  • Nachbarterror.

    Es ist 00.41 und ich sitze hier, dröhne mir die Ohren mit lauter Musik voll, weil ichs grad nicht mehr aushalte. Das Nachbarmonster hat wieder zugeschlagen. Und ich weiss langsma echt nicht mehr, was ich tun soll. Sie wäscht ständig noch nach Mitternacht - mein Zimmer befindet sich direkt über der Waschküche. Ich kann nicht schlafen, wenn diese Laute Maschine vor sich herdröhnt. Niemand wäscht so spät abends - ausser sie. Ich habe ihr vor 3 Wochen mal abends die Maschine abgestellt, weil ich erstens nicht wusste, wer da am Waschen war, und zweitens weil ich um 0.30 Uhr nicht mehr alle Nachbarn abklingeln gehe um nachzufragen, wer da noch am Waschen sei, und ob die Person bitte aufhören könne.
    Um 00.15 Uhr fängts wieder an zu waschen. Ich seufze, stehe auf, gehe runter und schalte die Maschine ab.
    10 Minuten später höre ich gefluche, Geschrei. Und höre, wie die Waschmaschine wieder angeht. Ich hätte nicht runtergehen sollen. Bin aber runtergegangen. Die Bitte, die Maschine doch wieder abzustellen, ich könne nicht schlafen, blieb mir zwischen den Lippen stecken. Ich kam überhaupt gar nicht zu Wort.
    Wütendes, angriffiges Geschrei, von wegen, sie arbeite 90 Stunden pro Woche, sie sei alleinerziehend eMutter, was ich mir eigentlich erlaube, die Maschine abzustellen. Ich sage, ich könne nicht schlafen. Sie sagt, gehts noch, wir wohnen an der Hauptstrasse, das sei doch auch total laut. Ich versuche ihr zu sagen, dass man das Dröhnen der Waschmaschinentrommel extrem deutlich hört direkt drüber. Sie sagt, sie müsse jetzt wegen mir noch 15 Minuten länger wachbleiben, und extra die 4 Stockwerke runter, und überhaupt, ich solle mir mal meinen und ihren Arsch anschauen, da merke man schon, wer immer 4 Stockwerke gehen müsse.
    Ich versuch nochmal und sage, dass es mir leid tut, ich hätte sie nicht in die Tonne treten wollen, ich könne einfach nur nicht schlafen, und das sei nervenzehrend.
    Ich solle mich gefälligst auch bei den anderen Nachbarn beschweren, immer sei alles voll, wenn sie wasche, blablabla.
    Ich sage ihr: Hey, wir können gern in einem ruhigen Moment mal drüber reden, ob sie an unserem Tag mal eine Wäsche reinmachen könne. Ich und meine Mitbewohnerin würden manchmal nicht die ganze Zeit "verbrauchen". Ich könne mir gut vorstellen, dass man hier eine Einigung finde.
    "Ja, aber nicht jetzt", keift sie.
    Dann kommt noch der andere Nachbar runter und fragt, was los ist, und dann dreht das Nachbarmonster ganz durch.

    Und jetzt bin ich hoch, ich hab sogar geweint vor dem Nachbar, weil ich das einfach nicht mehr aushalte. Das ist auch die Nachbarin, die manchmal stundenlang einfach Ausraster hat, und die ganze Nachbarschaft durchs offene Fenster terrorisiert, während sie ihre Familie zusammenschreit (darunter 1 behindertes Kind..)

    Jetzt schreit sie seit 15 Minuten in der Waschküche herum und führt die Auseinandersetzung, die wir hatten, einfach weiter - obwohl ich längst nicht mehr dort unten bin. In einer Lautstärke, die vermutlich bisher alle Nachbarn aufgeweckt hat, die noch geschlafen hatten. Und alle Kinder.

    Und jetzt sitze ich hier und tippe das, höre laute Musik, damit ich nicht hören muss, was sie vor sich herschreit, damit ich diese beknackte Waschmaschine nicht hören muss, und auch, damit ich nicht weiterweine. Ich bin überfordert mit dieser Situation.

    Ich bin mit meinem Latein echt am Ende. Ich habe versucht, zu deeskalieren, ich blieb möglichst ruhig, ich liess sogar die Beleidigung an mir vorbeigehen, aber ich weiss einfach nicht mehr weiter. Diese Frau ist total überfordert. Sie hat Ausraster, Zustände, sie beschimpft stundenlang ihre 2 Kinder und ihren Partner (?), teilweise spätabends oder frühmorgens, offenbar ist sie auch noch total überarbeitet von Familie und Job.

    Ich weiss echt nicht mehr, was ich tun soll. Ich kann aber einfach nicht mehr jeden Montag bis 1, 2 uhr wachbleiben, bloss weil diese dumme Waschmaschine umsverrecken laufen muss. Weil sie es sonst nicht hinkriegt.

    Ich muss morgen wohl vermutlich wirklich in den sauren Apfel beissen, und das tun, was ich bisher immer vor mir hingeschoben habe: Die Verwaltung mit einer Beschwerde konfrontieren. Sagen, dass das so nicht geht. Dass diese Frau einfach seit ein paar Monaten, seit sie hier eingezogen ist, ständig gegen alle Regeln des gemeinsamen Zusammenlebens  verstösst und das in ziemlich drastischer Weise. Ich mein, ja - Wir leben in einem Quartier mit viel Lärm, mit einer Hauptstrasse, mit Zügen, die ständig durchfahren mit vielen lebelustigen und lauten Ausländern, mit Bars und Pubs und ihrem Publikum und mit Junkies, die manchmal ums Haus streichen. Ich bin weiss gott nicht empfindlich.
    Und langsam ist meine Geduld am Ende. 7 Jahre, nachdem ich hier eingezogen bin. Und daran ist SIE schuld. Nur sie.

    Mein Tag morgen ist jetzt schon verhauen.

    Ach kacke.

    Aktuelles Update: Ich hab heute morgen die Hausverwaltung angerufen und die Sekretärin des Herrn B., der für uns zuständig ist, 4 Minuten lang die Lage geschildert. Obwohl ich nicht mal den Namen der Nachbarin weiss, wusste sie, wen ich mein'. Und sie versprach mir, dass sie es weiterleitet und dass man alle Hebel in Bewegung setzt, da mal etwas zu machen. Und ich solle das nächste Mal auch mal die Polizei rufen.

  • Mühsame Motivation

    Kann das mal aufhören, alles so unglaublich mühsam zu sein?

    Ich befinde mich in einer der schlimmsten Motivationskrisen seit langem. Nicht, dass ich diese Motivationskrisen nicht kennen würde, nein.. Sie kamen in den letzten Jahren echt zu oft vor. Aber im Moment scheitern gerade sämtliche Strategien, um diese Motivationslosigkeit, diese Antriebslosigkeit zu bekämpfen.
    Ich gehe an die Uni - Die Arbeitsumgebung ist also gegeben.
    Ich bin organisiert - Ich habe alles da, es gibt keine Hindernisse, ich habe auch Alternativmöglichkeiten, muss mich zb. nicht an nur ein Buch halten.

    Ich dachte auch, vielleicht lags daran, dass ich die letzten 14 Tage weniger Sport gemacht habe als üblich. Da kann ja manchmal die Laune sinken. Diese Woche: Mittwochs Yoga, Donnerstags Kraft, heute wieder Yoga - ich bin antriebslos wie die letzten 10 Tage.

    Die Anmeldung zum Master ist eingereicht und wurde bestätigt - also ist auch die Unsicherheit beendet, die ich im Monat Januar und Februar zeitweise hatte und die mich genervt hat.
    Für mein Lehrgangdiplom habe ich gestern auch das letzte Praktikum vermittelt bekommen - auch diese Unsicherheit ist vorbei.

    Und doch sitze ich da, und kann und kann nicht anfangen. Alle die kleinen und grossen Tricks scheitern im Moment grad so dermassen übelst, dass ich etwas ratlos bin. Und das schlägt mir auch auf die Laune, ich fühle mich mies, ich fühle mich nicht gut. Und das führt zu weiterer Motivationslosigkeit.
    Ich sitze stundenlang nur dumm vor dem Computer, tippsle ein wenig auf Facebook, lese crappige Artikel oder Websites, und tue.. Nichts. Ich mach nicht mal Zeugs abseits von dem Unikram, den ich zu tun hätte. Gestern habe ich mich aufgerafft, eine Kochbuchrezension zu verfassen. Das war auch die erste in zwei oder drei Monaten. Ich habe seit mehr als einem Jahr meine Fantasygeschichte nicht mehr weitergeschrieben. Ich habe gestern erst die PH-Mailadresse abgerufen, in der seit 2 Wochen wichtige Emails rumlagen. Ich habe gestern erst Einzahlungen gemacht, die teilweise seit Wochen bereit liegen. Ich habe erst diese Woche mal wieder Rezepte ausprobiert, 3 Wochen lang habe ich nichts neues nachgekocht.
    All das illustriert nur, dass das gerade ein sehr schlimmer Kampf gegen mich selber ist. Ich fühle mich bei fast nichts mehr wohl, alles ist ein "müssen", nichts ist ein "dürfen"..

    Es gibt noch Dinge, die ich tun könnte. Ich könnte wieder mal HabitRPG benutzen. Ich könnte den Riesenberg an Arbeit, den ich vor mir habe, versuchen in kleinere Einheiten herunterzubrechen, ich könnte anfangen, mir einen Wochen- oder Monatsplan zu verfassen, oder eine Art To-Do-Liste.
    Ich hab nicht mal dazu Motivation.

    Ich fänds echt geil, wenn das jetzt mal aufhören würde. Es ist ja nicht so, als hätte ich das nicht oft genug, solche Motivationslöcher. Aber in so einem unglaublichen Loch habe ich mich echt schon lange nicht mehr befunden. Und es schlägt mir auf die Psyche.
    Ich bin ein wenig ratlos.

  • Entrümpeln. Meine Fresse. (Ding 4 - 10)

    Meine Fresse - was sich alles ansammelt, wenn man mal richtig aufräumt. Oder eher - wenn man mal in die tiefen geht, und überlegt, ob man gewisse Dinge wirklich noch braucht, oder ob sie einfach sentimental Staub ansammeln, weil man Erinnerungen mit diesem Ding verbindet, die teilweise sehr lange her sind und in die Kindheit zurückreichen..

    Achtung, Kitsch incoming.

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    Irgendwann in meiner Handarbeits-Karriere im Töpfern im Gymnasium mal hergestellt: Ein "Blue Dog" - Maskottchen eines Klamottenladens. Ich weiss nicht mal mehr, obs den Laden noch gibt. Ich war nie drin, fand das Ding aber cool.
    Und jetzt setzt das Teil seit Jahren Staub an.
    Wird vermutlich verschenkt.

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    Kitsch-Bilderrahmen, besitze ich seit vermutlich ewig, irgendwann in der Kindheit mal bekommen - tippe auf meine Tante. Setzt auch nur Staub an. Und gefällt mir überhaupt nicht mehr.
    Wird verschenkt.
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    Noch das "Jüngste" in der Sammlung - Rote Dekosterne. Meine Sportkollegin hat sie mir gegeben, ich dachte, vielleicht brauch ich sie. Aber wie ich mich kenne, liegen die eh nur dumm rum. Weg damit.

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    Zwei Plüsch-Schlüsselanhänger. Noch so Kindheitsgeschenke. Keine Ahnung mehr, woher ich die habe - Brauchen tue ich sie auf jeden Fall nicht. Und da sie auch nur seit 10 Jahren Staub ansetzen.. Weg damit.

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    Der zweite "Töpfer"-Unfall - ein Riesenkrug, den man nicht benutzen kann, weil er unten einen Riss hat.
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    Plüschtieralarm - Vergammelt im Schrank, ein Plüsch-Meerschweinchen. Im Gegensatz zu zwei anderen Plüschtieren hat dieses Ding hier keinen sentimentalen Wert, weil ich dieses Ding irgendwie gekauft hab, als ich vor 3 Jahren mal bei IKEA war. Also - Weg damit.

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    Mini-Teppich mit einem Drachen drauf. Ich liebe Drachen, und ich liebte als Kind solchen Kitsch. Das Teppichding vergammelt aber nur noch im Schrank seit ich eine eigene Wohnung habe. Und ich weiss, ich würde es auch nie wieder aufhängen.
    Weg damit.

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    Kitschigster Kitsch vom Feinsten - Als ich 8 Jahre alt war, oder 9, stand ich eine Weile mal auf "Teppiche knüpfen". Ja, es gab so Sets zum Selbermachen. Dieses hier hat tatsächlich meine Tante geknüpft. Lange hing dieser endhässliche Vogel an meiner Teenager-Zimmerwand. Ich muss lachen, wenn ich dieses potthässliche Teil sehe.

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    Als die Tankstelle zuging, hab ich mich noch ein bisschen an dem ganzen Merchandise-Kram bedient, der teilweise seit Jahren im Keller-Lager lagerte. Unter anderem habe ich von diesen aufblasbaren Sesseln ein paar eingepackt.
    Losgeworden bin ich sie seither nicht - und so habe ich 3 orangene und 4 weisse aufblasbare Sessel zu verschenken.

    In der Gruppe "Verschenkkreis Luzern" auf Facebook werden sich sicher ein paar Leute drüber freuen.

    Das war erst der Anfang. Ich finde es gruselig, wieviele Sachen auftauchen, wenn man mal ein wenig tiefer gräbt. Und ehrlich gesagt habe ich ein wenig Schiss davor, noch tiefer zu graben. Aber Material gibts vermutlich viel. Ich muss mir auch überlegen, wieviele Erinnerungen, wieviele Dinge ich wirklich noch behalten möchte.
    More to come.

    Was war das Absurdeste in dieser "Sammlung", was meint ihr? Und welche absurden Dinge habt ihr schon zu lange aufbewahrt?

  • Ich will auch mal Entrümpeln. (Ding 1-3)

    Ryansmilla entrümpelt wie eine Wilde. Ich hab beschlossen, ich will es ihr ganz dreistfrech nachmachen und sie kopieren. So!

    Und ja, es ist Prokrastination und es ist Ablenken von gewissen Dingen, aber vielleicht ist das ja auch ganz gut so. Vielleicht dazu später was. Und ja, da kommt auch noch das Bild mit der Kette. Ich habs nur grad auf dem grossen PC und ich hocke am Laptop und.. ganz bestimmt. Heute Abend. Versprochen.

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    Winterstiefel, ca. Grösse 41. Gekauft hab ich die, nachdem ich mein Sprunggelenk gebrochen hatte und STiefel brauchte, die mir meinen Fuss besser stützen, nachdem der "Gips" (bzw. es war so ein Dranmach- und wegnehm-Teil) wieder weg war. Mein Knöchel war auch noch deutlich dicker, deswegen habe ich reingepasst. Heute sind mir die Stiefel einfach nur viel zu gross. Und zu schlotterig.
    Wird über die Facebookseite "Verschenkkreis Luzern" verschenkt, genau wie die anderen 3 Sachen.
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    Diese Haarfarbe hat mir meine Freundin geschenkt. Sie selber wiederum hat sie von einer Freundin, die ein Auslandssemester macht, und ausgemistet hat. Mir ist die Farbe zu dunkel, ich hab meine Favoriten. So hab ich jetzt beschlossen, sie wegzugeben (statt wegzuschmeissen).
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    Von diesen dingern hab ich gleich 2 zu verschenken. Das waren mal Werbegeschenke. Shopper von Mövenpick. Wir hatten unmengen solches Merchandisezeugs an der alten Tankstelle. Ich hab mal ein paar Sachen mitgenommen, aber irgendwie will die keiner haben, also verschenk ichs jetzt. Ich selber kann sie auch nicht gebrauchen.

    Keine Ahnung, ob ich das noch weiterziehe mit dem Ausrümpeln. Ich glaube, ich will auch nicht unbedingt jeden Tag ausmisten. Aber irgendwie wärs schon ganz sinnvoll. Die Vorratschallenge läuft ja aktuell auch ganz gut, da könnte man auch sonst etwas entrümpeln.

  • Vegane Stolperfallen - und solche, die es nicht sind (Information)

    (Dieser Post ist bestimmt zur Facebook-Externen Verlinkung dieser Informationen)

    KEINE Stolperfallen:

    Milchsäure: Milchsäure ist eine irreführende Bezeichnung für eine Säure, die sowohl in der Milch, aber eben auch in vielen verschiedenen Lebensmitteln vorkommt, namentlich vor allem in fermentierten Produkten, wie beispielsweise Sauerkraut. Milchsäure heisst so, weil sie in den Anfangsjahren der Chemie vor allem in der Milch entdeckt wurde. Milchsäure ist trotz des irreführenden Namens in den meisten Fällen vegan, weil es einfacher ist, Milchsäure von Bakterien in grosser Menge zu produzieren, als sie beispielsweise aus der Milch zu mühsam zu extrahieren.
    Weitere Infos zur Milchsäure: http://de.wikipedia.org/wiki/Milchs%C3%A4ure
    http://www.peta2.de/web/veganemythen.1460.html

    Dasselbe gilt übrigens für Taurin: Taurin wird heutzutage nur noch synthetisch hergestellt. Die Extraktion aus dem lebenden Tier (Bulle) lohnt sich weder finanziell noch ist es ergiebig.

    Kann Spuren von X enthalten/Enthält Spuren von X
    Diese Formulierung ist ein Hinweis für Allergiker, die bereits auf kleinste Verunreinigungen mit einem betreffenden Allergen reagieren. Grad bei Nussallergien können schon sehr kleine Verunreinigungen von 1ppm (parts per million) dazu führen, dass ein allergischer Schock eintritt.
    Für uns Veganer sind solche Hinweise Angaben, dass ein Stoff X in der Rezeptur eines Produkts nicht vorkommt. "Kann Spuren von Milch" enthalten bedeutet, dass das Produkt frei von Milch ist. Sämtliche veganen Organisationen inklusive PETA gehen bei so gelabelten Produkten nicht davon aus, dass dieser Hinweis ein Produkt generell unvegan mache.
    Weitere Infos zu "Spuren von" und wie sie zustande kommen: http://vollvegan.blogspot.ch/2012/10/die-sache-mit-dem-spuren-aufdruck.html

    Kakaobutter: Mit "Butter" ist in diesem Falle das Fett der Kakaobohne gemeint. Mit Butter aus der Milch hat dieses Fett nur den Namen gleich. Kakaobutter ist rein pflanzlich. Siehe http://www.peta2.de/web/veganemythen.1460.html

    Tierknochen im Zucker? Biberextrakte in Aromen? Genmodifizies Soja in der EU?
    Immer wieder kommen Gerüchte auf, die so auf die EU bzw. auch auf die Schweiz nicht zutreffen. So trifft es weder zu, dass mit Tierkohle gefärbter raffinierter Zucker noch Aromen aus "Bibergeil" (Biberhormon) in der EU zugelassen sind. Raffnierter Zucker kann in der EU also ohne Bedenken gekauft werden. Aromen können durchaus unvegan sein, aber sie stammen zumindest in der EU nie aus der Analdrüse des Bibers.
    Ebenso ist es nicht korrekt, dass Genmodifiziertes Soja in der EU für den menschlichen Verzehr zugelassen sei. Nachhaltig korrekt kauft man am besten Bio-Tofu aus regionaler mitteleuropäischer Herstellung.
    Zu Argumenten gegen und für den Anbau von Genveränderten Organismen sei dem aufmerksamen Leser noch dieser Artikel nahegelegt: http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/05/02/zerstort-die-forschung-nicht-wissenschaftler-apellieren-an-gentechnikgegner/

    Label "Vegetarisch" kann nicht vegan sein?
    Sehr oft finden aufmerksame Veganer (gerade im deutschen Raum) Produkte, die mit vegetarisch angeschrieben sind, die aber von der Zutatenliste her vegan sind und wundern sich dann darüber, warum das Produkt nicht als vegan gekennzeichnet wird. Hierzu lässt sich sagen: Ein Label "vegetarisch" bedeutet nicht unbedingt, dass ein Produkt nicht auch vegan sein kann. Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Hersteller nicht "vegan" draufschreibt. Er kann Zertifikationskosten sparen wollen, er kann sich Kundschaft nicht vergraueln wollen, oder er will einfach auf Nummer sicher gehen. Wer aufmerksam Zutatenlisten liest, kann durchaus auch unter "vegetarischen" Dingen interessante vegane Lebensmittel entdecken. Wer auf Nummer sicher gehen will, schreibt eine Produktanfrage an den Hersteller.

    Stolperfallen

    Gelatineklärung bei Essigen, Weinen und Fruchtsäften
    Essige, Weine und Fruchtsäfte werden in den meisten Fällen geklärt, damit sie nicht "trüb" sind. (Logische Ausnahme: Naturtrübe Säfte). Dies geschieht sehr oft mit Gelatine. Leider müssen Hersteller diese Gelatineklärung bisher nicht deklarieren, da von der Gelatine im Endprodukt nichts übrig beibt. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt Produkte mit der Veganblume und/oder fragt beim Hersteller mit einer Produktanfrage nach.

    E120 und andere E-Nummern
    E120 ist die E-Nummernbezeichnung für Karmin. Karmin wird aus Läusen gewonnen und ist somit unvegan. Das ist mitunter die häufigste Stolperfalle im Bereich der E-Nummern, da dieser Farbstoff in sehr vielen rot oder rötlich eingefärbten Dingen, vor allem Süssigkeiten, vorkommt. Ein Beispiel dafür wären die allbekannten "Skittles".
    Weitere E-Nummern, die tierisch sein können (aber nicht sein müssen): http://www.food-info.net/de/qa/qa-fi45.htm

    Perlmuttknöpfe und Lederpatches an Jeans
    Jeans an sich sind vegan, viele vergessen aber, dass an den meisten Jeans Lederpatches angenäht sind. Auch Perlmuttknöpfe können die an und für sich vegane Baumwollkleidung unvegan machen.

    Vitamin D (Margarine usw.)
    Vitamin D, welches oft Fruchtsäften oder Margarinen zugegeben wird, wird in den meisten Fällen aus tierischer Herkunft, genauer aus dem Wollfett von Schafen gewonnen. Am besten hält man sich an als vegan deklarierte Produkte oder klärt die genaue Herstellung des verwendeten Vitamin Ds mit einer Produktanfrage beim Hersteller ab.
    Dasselbe gilt auch für Vitamin-D-Präparate aus dem normalen Handel. Weitere Infos: http://www.vit-d.info/presse/vitamin-d-versorgung-fur-veganer-und-vegetarier/

    Gewachste Äpfel
    Äpfel oder andere Früchte, wie zb. Clementinen, können mit Schellack gewachst sein (für mehr Glanz). Schellack ist unvegan, weil es aus Lackschildläusen hergestellt wird. Manchmal werden Früchte auch mit "Carnaubawachs" gewachst. Dieser wiederum stammt aus einer Pflanze und ist akzeptabel. Auch hier hilft eine Produktanfrage.

    Unvegane Kosmetikinhaltsstoffe
    Die lateinische Angabe von kosmetischen Inhaltsstoffen macht es für einen Anfänger sehr schwer, unveganes zu erkennen. Folgende Begriffe deuten auf unvegane Inhaltsstoffe hin: Cera Alba (Biennenwachs), Lanolin (Wollfett), Casein (Milcheiweiss), Mel (Honig), Carmin/Karmin (E120- Karmin), Kerratin, Kollagen, Propolis, Shellac
    Ausführliche Liste bei Erbse: http://www.kosmetik-vegan.de/erbse/kosmetische-inhaltsstoffe-fuer-die-hosentasche/
    Anlaufstelle für vegane Kosmetik kann auch die Gruppe "Vegan Beauties" auf Facebook sein.

    Asiatisch "vegetarisch"
    In gewissen asiatischen Gegenden wird "Fischsosse" als normales Gewürz angesehen und regelmässig in der Küche gebraucht wie bei uns Brühenpulver. Zum Verfeinern von eigentlich allem. Leider geht die Interpretation soweit, dass Fischsosse auch in vegetarischen Gerichten verwendet werden kann. Mittlerweile setzt sich bei vielen asiatischen Restaurants ein Umdenken ein. Dennoch sollte man immer vorsichtig sein und nachfragen.

  • Ich bin Charlie / Je suis Charlie

    Ich versuche seit geraumer Zeit, nicht zu pessimistisch zu sein über die Welt, über die Dinge, die passieren. Ich versuche, so optimistisch zu denken wie möglich. Versuche, nicht nur in Schwarz-Weiss zu denken. Dinge können sich ändern. Dinge können zum besseren gewendet werden. Die Welt ist nicht so dunkel, wie sie manchmal aussieht.
    Ich versuche optimistisch zu sein.
    Heute fällt es mir gerade sehr, sehr schwer.

  • Selbsternannte Ernährungsexperten und ungefragte Meinungsäusserungen ... Please, don't do this..

    Warum trifft es eigentlich so oft zu, dass diejenigen Personen, die sich selber am ungesündesten ernähren, meinen, sie können einer anderen Person Ratschläge geben?
    Das passiert nämlich nicht nur, wenn es um den Veganismus geht. Dieses Problem kenne ich vor allem, wenn es darum geht, was man essen sollte und was nicht, um abzunehmen beziehungsweise nicht zuzunehmen.

    Jüngstes Beispiel: Ich habe gestern an meiner Tankstelle gearbeitet. Ich wage von mir zu behaupten, ich bin eine der Angstellten dort, die sich am gesündesten ernähren (Vegan, viel Gemüse, viele Früchte, immer selbstgekocht, selten einmal Oreo-Kekse, ab und zu ein Softdrink.) Ich habe zudem in den letzten 3 Jahren 50 Kilogramm abgenommen, in dem ich der Ernährungsweise nach Weight Watchers gefolgt bin.
    Die Kollegin, um die es geht, weiss um meine Abnahme. Sie hat mich stark übergewichtig kennengelernt. Vor 3 Monaten kam sie zurück und wurde wieder angestellt, und kennt mich nun auch so, wie ich jetzt bin (noch immer 15kg schwerer als Durchschnitt, aber bei weitem nicht mehr stark adipös.) Sie hatte gestern den ganzen Tag nichts gegessen (aus Sorge um Papi im KH), sie rauchtgenerell extrem viel, wenn sie an der Tankstelle etwas isst, dann immer etwas ungesundes (zb. Flammkuchen aus dem Kühler oder Fertiggerichte). Sie hat keine Ahnung von Ernährungsphysiologie, von den einzelnen Bestandteilen von Lebensmitteln, von der Bedeutung von Stärke, Zucker, Eiweiss usw.

    Situation: Ich kaufe abends um 21 Uhr, bevor ich heimgehe, noch rasch ein Netz Orangen und erzähle ihr smalltalkend, dass ich am ABend noch Yoga machen werde, und danach die Orangen in einem Smoothie mit Banane und Kiwi verwerten werde.

    Erster Satz: "Wow, das ist ja mega gesund".
    Zweiter Satz: "Aber das ist doch total schwer verdaulich."
    Ich lächle und sage, dass Fructose beziehungsweise Früchte etwas sind, was generell sehr einfach verdaulich ist, und im übrigen hätte ich sowieso einen sehr gut verdauenden Magen.
    Dritter Satz: "Aber du solltest am Abend keine Früchte essen. Die gehen total schnell ins Blut. Die hängen an."
    Ich starre sie nur an, und überlege mir, ob sie gemerkt hat, wie absurd ihre Aussage 3 im Vergleich zur Aussage 2 ist. Sind Früchte nun schwer verdaulich oder einfach verdaulich? Ich erwidere, dass es nicht erwiesen sei, dass Essen am Abend dicker macht als Essen am morgen.Es käme auf die Gesamtkalorienzahl an. Und wenn überhaupt - Früchte seien das letzte, was dick macht.
    Sie sagt, das stimme nicht, das sei ihr letztens wieder gesagt worden. Früchte seien reiner Zucker, das hänge an.
    Ich habs nochmal mit einer wissenschaftlichen Erklärung versucht, aber sie war schon nicht mehr interessiert. Also hab ich gesagt: "Im übrigen - jeder Körper ist anders. Ich ernähre mich generell sehr gesund. Wenn ich von etwas zunehme, dann von Keksen und Schokolade, nicht von Früchten. Ich habe 50kg abgenommen, und teilweise meine Abendmahlzeiten um 22 Uhr gehabt."
    Sie guckt kurz auf und nickt abwesend.
    Ich seufze und fasse mir ein Herz: "Ich möchte dich nicht angreifen, M., aber ich finde es nicht korrekt, wenn Leute mir Ratschläge geben, oder Wissen aufdrängen, wie ich abzunehmen habe oder was ich vermeiden solle, um zuzunehmen. Ich denke, nach 50kg Abnahme weiss ich, wie es geht und vor allem, wie es für mich geht. Ich wäre froh, würdest du sowas zu mir nicht mehr sagen."
    Antwort: "Ja, okay."

    Ich hasse es. Ich hasse es so sehr, diese Belehrungen, diese Besserwisserei, dieses Aufdrängen von Lehrmeinungen. Das ist nicht das erste Beispiel, aber eines der Schlimmeren von der Sorte. Es gibt und gab Leute, die mir zur 40, 50-kg-Abnahme gratuliert haben und danach gesagt haben: "Aber du solltest unbedingt Kohlenhydrate weglassen. Nur damit nimmt man ab." Wohlgemerkt: NACHDEM ich schon 30, 40 oder gar 50kg abgenommen hatte. Mit Kohlenhydraten. Mit vielen Kohlenhydraten.
    Nicht nur Veganer kämpfen mit unliebsamen Ratschlägen. Wenn es um die Ernährung geht, hat offenbar ein Grossteil der Leute das Gefühl, sie können sich zu verdammten Experten hochschwingen, obwohl sie keine Ahnung haben. Keine Ahnung von der Materie, keine Ahnung vom Anwenden der Materie, oder auch keine Ahnung und keinen Respekt von/vor der Person, die vor ihnen steht. Zum Kotzen sowas.

    Just don't do this. Vor allem nicht, wenn du selber keine einigermassen gesunde Ernährung praktizierst.

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    Bei Kollegin M. handelt es sich übrigens um die Kollegin, die in diesem Blog bereits mehrmals Thema war, allerdings so ums Jahr 2010 herum. HIER habe ich einmal über sie geschrieben. Sie hat mich verachtet dafür, dass ich dort noch stark übergewichtig war - und jetzt, auf einmal bin ich eine Instanz in sachen ernährung. Aber auch nicht immer.

    Meine Kollegin M. ist nicht mal besonders dünn. Sie hat sicher auch 5-10kg zuviel. M. fragt mich auch ständig: "Miriam, was soll ich essen?". Ich gebe ihr Ratschläge und versuche zu überlegen, was von unserem begrenzten Angebot an der Tankstelle am gesündesten wäre. Ich sage es ihr. Sie frisst ihren fucking Flammkuchen.
    Sie fragt mich auch, wie ich denn soviel abgenommen habe, und wie sie abnehmen könnte. Ich gebe ihr Ratschläge. Sie frisst ihren fucking Flammkuchen..
    Ich biete ihr auch oft Reste meines Essens an. Gestern zb. ein Grüne-Bohnen-Borlottibohnensalat mit Tomaten und leichtem, fast ölfreiem Dressing. Superlecker. Sie rümpft nur die Nase und sagt, es sei zu gesund..

  • Doing Yoga - Septemberchallenge

    Meine eigene kleine Challenge läuft und läuft und läuft.. Was für eine Challenge?
    Diese Woche fing das Semester wieder an. Und mit dem Semester starteten die Uni-Sportkurse auch wieder regulärer. Mit dabei? Yoga am Mittwochnachmittag, mit meiner Lieblingsyogalehrerein Gabriela. Das letzte Mal war ich Anfang Juni dabei, über die Sommerferien gab es 6 Wochen gar keine Sportkurse und generell weniger Kurse im Ferientraining. Ich wollte nicht alles verlieren, was ich im Frühlingssemester erreicht habe. Aus diesem Grund habe ich einen Hatha-Yoga-Kurs bei der lokalen Migros-Klubschule gebucht. Aus diesem Grund habe ich vor allem im August immer mal wieder ein Yogavideo aus dem Internet durchgeturnt.
    Und jetzt diese Challenge...Fragt mich nicht, wie ich auf die seltsame Idee kam, aber - im September, so hatte ich mir vorgenommen, wollte ich an sechs von sieben Tagen Yoga machen (mit vier Jokertagen). Gestartet bin ich am 2. September - ein erster "Joker" fiel also bereits auf den 1. September. Ein zweiter Joker setzte ich am 14. September ein, da ich nach drei Arbeitsschichten zu müde war. Am 15. gabs statt Yoga Pilates. Aber die anderen Tage?
    Yogayogayoga..

    Die beste Idee überhaupt war es, mich vorzuwagen und folgendes Buch zu kaufen: "Yoga-Workouts gestalten" von Mark Stephens. Auch wenn sich das Buch vornehmlich an Yogalehrer richtet, finden hier interessierte Yogaschüler auch sehr viel Input und Asana-Abfolgen zum Zuhauseüben für alle möglichen Schwierigkeitsgrade, Lebenssituationen und körperlichen Probleme. Der Theorieteil des Buches enthält zudem erstaunlich wenig spirituell angehauchte Lehre und wissenschaftlicher Nonsense, im Gegenteil. Der Autor scheint sehr viel von Muskeln zu verstehen, von ihrer Wirkung, ihren Gegensätzlichen Paaren, vom Aufwärmen und Dehnen. Er weist auch darauf hin, was man falsch machen kann, wie man Verletzungen vermeidet, und so weiter, und hat keine Scheu, mittels Fussnoten wissenschaftliche Studien und andere Bücher anzugeben. Natürlich kommen auch Dinge wie Chakren vor, aber im Kontext des restlichen Theorieteils kann man das vernachlässigen. Ich habe da schon weitaus mühseligere Yogabücher überflogen. Das Buch ist auch deswegen interessant, weil es im Anhang eine Serie von Asana-Beschreibungen mit Fotografien gibt. Neben den illustrierten Asanas mit ihrem Originalnamen und der dt. Übersetzung wird bei jedem Asana auch beschrieben, welche Muskelgruppen "stabil" sein müssen, und welche Bewegungen bzw. Gelenke "offen" sein müssen, also was man zuvor schon gedehnt und eingewärmt haben sollte, um diese Position einzunehmen. Ebenso wird angegeben, welche Asanas einen Ausgleich zum präsentierten Asana schaffen. Die Ausgleichshaltungen sind offenbar eine wichtige Tradition im Yoga - es geht darum, dass man nicht einseitig trainiert, sondern zusammengehörige Muskelgruppen beachtet.

    Seit vorletzten Donnerstag habe ich bereits fast alle Asana-Folgen aus dem Anfängerteil durchgeschafft und es macht mir viel, viel mehr Spass, als wenn ich Yogavideos befolge. Ich habe die Möglichkeit, meinem eigenen Tempo zu entsprechen, mich auch auf meine Atmung zu konzentrieren ohne zu befürchten, ich bekomme einen Ausschnitt eines Videos nicht mit. Ich kann auch mal unterbrechen, um meine Katze rauszulassen (fragt nicht..), oder um einen Schluck Wasser zu trinken, um Luft zu holen, wenn ich mich zu sehr angestrengt habe. Ich kann die Pose länger halten, wenn ich sie als angenehm empfinde, ich kann sie abkürzen, wenn ich merke, ich bin dafür noch nicht beweglich oder stark genug, oder wenn ich temporär Verspannungen oder Schmerzen verspüre. Ich kann mich darin üben, mit meinem Atem in eine Stretchingposition weiter hineinzusinken, mit jedem Atemzug mehr und länger.
    Tatsächlich ist es so, dass ich mich fast jeden Tag darauf freue, abends Yoga zu machen. Ich wähle zwischen anstrengenden Routinen und leichteren, manchmal mache ich auch eine rein schwitz-lose entspannende Stretchingroutine, wo ich den Wert eher darauf lege, mich zu dehnen. Das ist vor allem an Tagen wie gestern sehr angenehm, wo ich den halben Tag in der Bibliothek sitze, und danach noch arbeiten gehe. Da muss ich mich nicht mehr gross anstrengen - und wäre dafür auch zu müde.

    Vorgestern war nun wieder Vinyasa Yoga im Uni-Sport-Kurs angesagt. Ich war gespannt darauf, wie sehr sich meine Beweglichkeit und Kondition im Vergleich zum Frühling verbessert haben. Ich hatte das subjektive Gefühl, bereits nach 10 Challenge-Übungstagen Yoga sehr viel stärker und ausdauernder geworden zu sein. Aber subjektive Einschätzungen sind immer subjektive Einschätzungen.
    Was soll ich sagen? Ich habe nur einmal ein Adho Mukha Svanasana (nach unten schauernder Hund) abbrechen müssen, und das war weitaus später als nach den Sonnengrüssen. Ich habe sämtliche Druchgänge des Sonnengrusses durchturnen können, ohne einmal innezuhalten, und bis auf eine Pose (Vasisthasana - Seitenstütz), mit der ich aufgrund Kraft und Beweglichkeit auf Kriegsfuss stehe, habe ich alles mitmachen können. Selbst diese Pose habe ich immerhin 3-5 Sekunden halten können auf jeder Seite.
    Ich merke, dass ich bei meiner eigenen Form von Training mehr Wert darauf lege, eine Position korrekt auszuführen, als sie grundsätzlich und schnell durchzuführen wie in meinen Vinyasa-Flow-Kursen. Der Vinyasa-Flow-Kurs hat meinen Puls rascher hochgejagt als mein eigenes Training. Spass gemacht hats dennoch auf jeden Fall. Und ich denke, es wird mir auch deutlich mehr Spass machen, jetzt, wo ich nochmal ein bisschen mehr kann, mehr vermag, mehr Ausdauer habe als noch vor den Sommerferien.

    Erkenntnisse aus meinem Yoga-Selbststudium ergeben sich einige.

    • Yoga trainiert nicht nur die Beweglichkeit, sondern auch die Kraft.
    • Am angenehmsten ist Yoga mit Kerzen und Räucherstäbchen - Klischee inc!.
    • Kochbücher eignen sich nicht so gut als Stützen. Dazugekaufte Yogablöcke sind eine billige, aber gute Investition.
    • Yoga lehrt Geduld mit sich selber. Für mich ist es sehr schwer, mich nicht sofort in ein Asana zu zwingen, sondern langsam hineinzusinken, und den Muskeln die Möglichkeit zu geben, sich langsam in die Position hineinzustretchen.
    • Yoga ist gut für meine Stimmung - wie sämtlicher Sport.
    • Jeden Tag Yoga bedeutet, dass ich mehr schlafen müsste.
    • Yoga zeigt einem auf, wie ungleich der Körper eigentlich ist: Ich hatte schon vermutet, dass mein linkes Knie und meine linke Hüfte ein bisschen weniger beweglich sind als die rechte Seite. In Posen wie dem "Schmetterling" bzw. der "geschlossenen Winkelhaltung" (Baddha Konasana) merke ich dies deutlich.


    --> Das linke Knie befindet sich bei mir etwa eine Handbreit weiter oben als das rechte, welches wiederum fast auf dem Boden aufkommt. Es gibt noch weitere Posen, bei denen ich den Unterschied merke, bei dieser Pose allerdings ist er deutlich sichtbar. Mal sehen, wie lange es geht, bis ich rechts und links ähnlich beweglich bin. Den Unterschied führe ich übrigens darauf zurück, dass ich sehr gerne mit überschlagenem Bein dasitze. Über die Jahre hinweg muss ich mir wohl antrainiert haben, nur das rechte Bein zu überschlagen. Wenn ich versuche, links zu überschlagen, rutscht das Bein runter, weil es sich nicht selber halten kann, wie rechts. Und bequem ist es auch nicht, wie es rechts wäre. Total seltsam. :D

    Persönliche aktuelle Lieblings-posen (Asanas):

    Windmühle (Parivrtta Ardha Prasarita Padottanasana) - nein, ich kann die Namen nicht auswendig. ;)
    --> Stretching und aktive Entspannung zugleich. Ausserdem ist die Vorbeuge angenehm umkehrend für den Kopf.

    Windmill


    Baum (Vrksasana)

    --> Balance


    Ich komme mit den Füssen bei weitem noch nicht so hoch zur Hüfte, wie es das Model hier auf dem Bild schafft. Hier zeigt sich auch zumindest bei mir deutlich wieder der Unterschied zwischen linkem und rechtem Bein. Rechts geht es problemlos, links rutsche ich immer wieder ab. Der linke Fuss kriegt genausowenig natürlichen Halt wie der rechte - der rechte Fuss, bzw das rechte Bein mögen sich aber von alleine stabilisieren. Links rutsche ich weiter ab, bis ich beim Knie bin, oder die Balance ganz verliere. Dennoch finde ich dieses Asana sehr angenehm. Es ist fordernd, wegen der Balance. Manchmal merk ich allerdings, dass ich ein wenig zuviel Speck hab - die Füsse graben sich sehr unangenehm teilweise in den Oberschenkelspeck. Die Pose funktioniert auch überhaupt nicht, wenn man längere Hosen anhat, die keinen "Halt" geben.

    Ich habe noch weitere Posen, die ich gerne mache. Die zwei sind aber meine Lieblingspositionen. Vor allem die Windmühle - warum auch immer.

    "Hass"-Posen habe ich keine. Es gibt allerdings (Anfänger-)Asanas, bei denen ich deutlich merke, dass ich noch zu schwach bin, oder dass mein Speck mir im Weg ist, oder dass meine Beweglichkeit doch nicht so gut ist, wie ich dachte.

    Ein Beispiel dafür wäre Chaturanga Dandasana (Viergliedriger Stock). Die Pose ist elementarer Bestandteil der Sonnengruss-Varianten (Surya Namaskara) und entspricht eigentlich einer tiefen Liegestütz-Pose.


    Runter komme ich. Aber nicht soweit, wie es nötig wäre. Runter komme ich, aber dann kann ich mich nicht halten, um die nächste Position (Nach oben schauender Hund) einzunehmen. Meine Muskulatur ist zu schwach. Bisher mache ich die Modifkation (Beine auf den Boden, und danach die kleine Kobra), aber eines meiner nächsten Ziele ist es, Chaturanga Dandasana zu beherrschen, da diese Position so essentiell ist, selbst in Anfänger-Asana-Reihen.

    Ich übe mich in den nächsten Tagen weiter im Yoga und vertiefe mich in einem "neuen" Hobby - oder eher in einem verstärkten Hobby? Yoga mache ich ja schon seit Februar.

    Cheers!
    Rose

  • Zwischendurch was Schönes

    Zwischendurch was Schönes.

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    Schmuckshop im Bahnhof hatte Ausverkauf. 32 Franken für alles (ca 26. Euro). Saubillig und toll.

  • Diskriminierung mal anders rum.. Gastrosexuelle Männer.

    .... oder: Die merkwürdige Faszination der 20-Minuten-Redaktion mit traditionellen Rollenbildern des Mannes und deren Durchbrechung.

    Zugegeben, die Wortkreation "Metrosexuell" ist natürlich nicht auf dem Mist der Redaktion der Schweizer Gratiszeitung gewachsen. Das Wort Metrosexuell gibt es als Wortkreation vermutlich auch schon länger als es 20 Minuten gibt. (Dieser Fakt darf natürlich widerlegt werden.)
    Auch "Spornosexuell" - ein Wort, dass Männer bezeichnet, die ihre sportliche Körper bevorzugt mit "Selfies" präsentieren - ist vermutlich ebenso nicht auf dem Mist der 20-Minuten-Redaktion gewachsen - wenngleich sie offenbar im deutschsprachigen Raum die ersten waren, die dieses Wort aus einem Essay im "Telegraph" übernommen - und ins Deutsche übersetzt haben.

    Ziemlich sicher darf sich die 20-Minuten-Redaktion auch nicht als Kreativ-Team hinter dem Wortmonstrum "gastrosexuell" schimpfen - So wurde heute morgen die Story "Gastrosexuelle Männer erobern die Küche" von Nicole Glaus mit ebendieser seltsamen Wortkreation betitelt, das wohl ursprünglich aus einem Buch stammt. Was aber klar ist: 20-Minuten hat eine merkwürdige Affinition zu derlei sexuellen Wortspielen. Und das ist nicht okay.

    Ein gastrosexueller Mann - so der Artikel - ist ein Mann, der sich gerne in der Küche betätigt. Ein Mann, der dazu aber nicht ganz normal Herd, Töpfe und Pfannen braucht, nein: "Er investiert in kostspielige Kochwerkzeuge. Er weiss, was Pochieren und Niedergaren ist. Seine Leidenschaft erwacht nicht im Bett, sondern in der Küche."

    Sexmüde Muffel, deren Libido nur für die Vorspeise reicht? Die wortwörtliche Vorspeise?

    Den Einzug gastrosexueller Männer spüren auch die Verkäufer von Küchenutensilien. «Immer mehr Männer interessieren sich für die Wahl des richtigen Küchenmessers, wie die Erfahrung in unseren Shops zeigt», sagt Victorinox-Sprecher Hans Schorno. Besonders gefragt seien zurzeit farbige Küchenmesser. Bei den Hobbyköchen dürfe es auch einmal ein geschmiedetes Messer sein oder eines mit Keramikklinge. «Auch Männer legen grossen Wert darauf, das passende Messer für jede Verwendung parat zu haben», so Schorno.

    Wir fassen also zusammen: Ein Mann, der sich fürs Kochen interessiert, ist nicht einfach ein begeisterter Hobbykoch. Nein, sein Interesse muss - weil es nicht der typisch männlichen Rollenvorstellungen entspricht - einerseits degradiert werden (Kochen statt Sex), andererseits muss das Hobby aufgewertet werden. Nur Kochen genügt nicht, es muss das Beste, das Teuerste sein, mit Highendgeräten, alles andere ist dem wahren Mann nicht angemessen. Gemäss dem 20-Minuten-Artikel besorgt die Frau weiterhin die "Alltagsküche", es klingt, als wäre sich der moderne, gastrosexuelle Mann dafür zu schade.

    Wenn ich diese Zeilen lese, könnte ich im Quadrat die Wände hochgehen. Ich bin überzeugt, dass wir in unserer Gesellschaft für mehr Gleichberechtigung kämpfen müssen. Neben der Gleichstellung der Frau dem Manne gegenüber bedeutet das aber auch, dass der Mann der Frau gleichgestellt wird. Das Beispiel dieser Degradierung eines Mannes, der eine typisch weiblich geltende Betätigung ausübt, spricht Bände dafür, dass der Mann - ebenso wie die Frau - in der heutigen westlichen Gesellschaft starken Reglementierungen unterliegt. Diese Reglementierungen sind vermutlich sogar noch strenger als bei der Frau.

    Dinge, die per se feminin sind, aber von einen Mann ausgeübt werden, müssen viel stärker rechtfertigt werden, als wenn eine Frau genuin "männliche" Dinge ausübt. Eine Frau auf einem Motorrad? Ganz klar: Sexy! Aufregend! Abenteuerlustig! Grenzüberschreitend-gewagt! Ein Mann in der Küche? Ganz klar: Schwul! Weichei! Lusche! Unmännlich!

    Was 20-Minuten hier tut, ist zwar in einer ersten Betrachtung nobel - Männer, die sich in der Küche betätigen und das typische Rollenbild durchbrechen, werden nicht mehr per se verachtet.
    Bei einer zweiten Betrachtung merkt man aber, dass mit dieser Art Berichterstattung die bestehenden Rollenbilder nicht etwa durchbrochen, sondern im Gegensatz dazu zementiert werden. Der Mann kann nicht einfach etwas tun, was "typisch weiblich" gilt, ohne seinen Ruf zu verlieren. Er kann es nur tun, wenn er dieser Betätigung einen "männlichen" Touch aufsetzt. Er verhip-t, er verteuert, er vertechnisiert, er veredelt etwas. Weg mit der Alltagsküche, rein mit dem Sous-Vide-Gerät! Und noch schlimmer: Er versexualisiert!

    Der Korrekte Terminus wäre vermutlich "Gastrophil" gewesen. Liebhaber der Gastronomie. Nicht "Gastrosexuell". Ich bezweifle, dass ein Grossteil der Männer kocht, weil es ihnen einen Ständer besorgt - nein, sie kochen, weil sie es mögen, aus frischen Zutaten etwas lecker schmeckendes zu kreieren, und womöglich ihre/n Liebste/n damit eine Freude zu machen. Ich bezweifle auch, dass ein Grossteil der so kochenden Männer mit Hightech-Geräten kocht, und wage zu behaupten, dass Alltagsküche auch bei "gastrophilen" Männern dominiert.

    Das Problem besteht doch auch darin, dass sich Journalisten offenbar gar nicht bewusst sind, dass sie mit ihrer Sprache solche Rollenklischees zementieren und untermauern. Sexismus passiert sehr oft gegenüber Frauen. Wir sind viel achtsamer, viel bewusster, wenn es um solche Diskriminierung geht. Dass man aber auch Männer diskriminieren kann, dass man Rollenbilder zementiert, statt dafür zu sorgen, dass Raum bleibt für neue, andere Rollen, das vergessen Journalisten offenbar nur zu gern. Gerade Journalisten aber, die das Werkzeug der Sprache als ihren Beruf gewählt haben, die Worte jonglieren und einsetzen, sollten sich der Bedeutung eines Wortes und den möglichen Interpretationen und Andeutungen, die sich daraus ergeben, viel bewusster sein als ein Durchschnittsbürger.
    Vermutlich hat Frau Glaus den Begriff auch nur gewählt, weil er eben an das "metrosexuell" anklingt. Vermutlich hat sie gar nicht darüber nachgedacht, was noch mitschwingt. Gastrosexuell übertritt aber explizit eine Schranke, es kreiiert einen unnötigen Terminus, eine Assoziation mit Sexualität, die weder angebracht noch nötig ist, und es hinterlässt einen schalen Nachgeschmack an Verunglimpfung derjenigen Männer, die einfach gerne kochen. Und gerade deswegen hätte Frau Glaus darüber nachdenken sollen, den Begriff "gastrosexuell" unhinterfragt und unkommentiert zu übernehmen, als sei es der neuste hippe Trend im "-sexuell"-Wort-Spiel.

    Das soll nicht bedeuten, dass man dieses Buch, das offenbar die Grundlage war, nicht besprechen sollte! Nein, ich rufe nur dazu auf, dass man auch bzw. vor allem als Journalist durchaus kritisch darüber nachdenken soll, ob so ein "Phänomen" wirklich ein neues Phänomen ist, und ob der Begriff "gastrosexuell" dafür angebracht ist oder nicht.

    *kopfschüttel*

    Kochende Männer.. Als wären das Aliens von einem fremden Stern...

    In diesem Sinne noch gerne ein Hinweis auf die Kampagne "Rollen rollen", eine Kampagne für selbstbestimmte Geschlechterrollen von Terre des Femmes und den Jungen Grünen Schweiz.

    PS: Der einzige Lichtblick an diesem sexistischen, Rollenuntermauernden Geschwafel der guten Frau Glaus war die Kommentarsektion. Die hatte nämlich für 20-Minuten unüblich lockeres, humorvolles Niveau.

    • "Wenn ich nicht gerne koche, bin ich jetzt gastroimpotent? Dafür bin ich eher heimwerksexuell, da ich gerade unser Haus umbaue und dies gerne tue." (Mr. Wood)
    • "Ich koche zwar auch gerne und aufwändiger als meine Frau und das schon seit einigen Jahren mit grosser BEGEISTERUNG. Aber mit SEXUALITÄT Hat das weiss Gott nichts zu tun. Und entgegen dem Bericht oben biete ich die grosse Show auch im Bett ;)" (Stangensellerie)
    • "wenn die netten autoren schon selber ein wort erfinden wollen dann sollten sie es vielleicht eher mit gastrophil versuchen. einfach an alles sexuell hintenran zu hängen ist nur nervig und unpassend. aber am besten man würde es doch einfach lassen überhaupt namen dafür zu erfinden dass männer gerne kochen.." (Klugschei)

    Nachtrag 4. September:
    20-Minuten kanns nicht lassen, ein neues Phänomen möglichst wirksam auszuschlachten. Sie haben tatsächlich jemanden gefunden, der sich mit dem Phänomen identifizieren kann. "Kochen ist eine Art Vorspiel" ist also der zweite Artikel in der Serie, der dieses Unding an Wort ausschlachtet.

    Interessant finde ich hier vor allem, dass ein Begriff jemandem aufgedrückt werden soll, der das eigentlich selber gar nicht so sieht, beziehungsweise die Verknüpfung von Sexualität und Lust am Kochen ebenso nicht nachvollziehen kann wie ich.
    So sagt Bichsel, der interviewte 24-jährige Hobbykoch bereits in den ersten 10 Zeilen folgendes.

    Michael Bichsel, würden Sie sich selber als Gastrosexuellen bezeichnen?
    Der Beschrieb trifft schon auf mich zu. Aber ich finde die Verwendung des Wortes etwas ungeschickt. Auch mit dem Begriff «Foodporn» wird die Vorliebe für das Kochen automatisch in einen sexuellen Kontext gerückt, was aber eigentlich nicht im Vordergrund steht. Ich habe einfach riesigen Spass am Kochen, am Aussehen des Essens und am Geschmack. Wobei Kochen natürlich auch eine leidenschaftliche Komponente hat.

    Schon lustig, wenn der Interviewte abstreitet, das zu sein, wovon das Interview ausgeht. Dumm gelaufen..?
    Eher ein Hinweis darauf, dass "Gastrosexuell" nun wirklich nicht das beste Wort ist, um Kochleidenschaft von Männern zu erklären.

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