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  • Selbsternannte Ernährungsexperten und ungefragte Meinungsäusserungen ... Please, don't do this..

    Warum trifft es eigentlich so oft zu, dass diejenigen Personen, die sich selber am ungesündesten ernähren, meinen, sie können einer anderen Person Ratschläge geben?
    Das passiert nämlich nicht nur, wenn es um den Veganismus geht. Dieses Problem kenne ich vor allem, wenn es darum geht, was man essen sollte und was nicht, um abzunehmen beziehungsweise nicht zuzunehmen.

    Jüngstes Beispiel: Ich habe gestern an meiner Tankstelle gearbeitet. Ich wage von mir zu behaupten, ich bin eine der Angstellten dort, die sich am gesündesten ernähren (Vegan, viel Gemüse, viele Früchte, immer selbstgekocht, selten einmal Oreo-Kekse, ab und zu ein Softdrink.) Ich habe zudem in den letzten 3 Jahren 50 Kilogramm abgenommen, in dem ich der Ernährungsweise nach Weight Watchers gefolgt bin.
    Die Kollegin, um die es geht, weiss um meine Abnahme. Sie hat mich stark übergewichtig kennengelernt. Vor 3 Monaten kam sie zurück und wurde wieder angestellt, und kennt mich nun auch so, wie ich jetzt bin (noch immer 15kg schwerer als Durchschnitt, aber bei weitem nicht mehr stark adipös.) Sie hatte gestern den ganzen Tag nichts gegessen (aus Sorge um Papi im KH), sie rauchtgenerell extrem viel, wenn sie an der Tankstelle etwas isst, dann immer etwas ungesundes (zb. Flammkuchen aus dem Kühler oder Fertiggerichte). Sie hat keine Ahnung von Ernährungsphysiologie, von den einzelnen Bestandteilen von Lebensmitteln, von der Bedeutung von Stärke, Zucker, Eiweiss usw.

    Situation: Ich kaufe abends um 21 Uhr, bevor ich heimgehe, noch rasch ein Netz Orangen und erzähle ihr smalltalkend, dass ich am ABend noch Yoga machen werde, und danach die Orangen in einem Smoothie mit Banane und Kiwi verwerten werde.

    Erster Satz: "Wow, das ist ja mega gesund".
    Zweiter Satz: "Aber das ist doch total schwer verdaulich."
    Ich lächle und sage, dass Fructose beziehungsweise Früchte etwas sind, was generell sehr einfach verdaulich ist, und im übrigen hätte ich sowieso einen sehr gut verdauenden Magen.
    Dritter Satz: "Aber du solltest am Abend keine Früchte essen. Die gehen total schnell ins Blut. Die hängen an."
    Ich starre sie nur an, und überlege mir, ob sie gemerkt hat, wie absurd ihre Aussage 3 im Vergleich zur Aussage 2 ist. Sind Früchte nun schwer verdaulich oder einfach verdaulich? Ich erwidere, dass es nicht erwiesen sei, dass Essen am Abend dicker macht als Essen am morgen.Es käme auf die Gesamtkalorienzahl an. Und wenn überhaupt - Früchte seien das letzte, was dick macht.
    Sie sagt, das stimme nicht, das sei ihr letztens wieder gesagt worden. Früchte seien reiner Zucker, das hänge an.
    Ich habs nochmal mit einer wissenschaftlichen Erklärung versucht, aber sie war schon nicht mehr interessiert. Also hab ich gesagt: "Im übrigen - jeder Körper ist anders. Ich ernähre mich generell sehr gesund. Wenn ich von etwas zunehme, dann von Keksen und Schokolade, nicht von Früchten. Ich habe 50kg abgenommen, und teilweise meine Abendmahlzeiten um 22 Uhr gehabt."
    Sie guckt kurz auf und nickt abwesend.
    Ich seufze und fasse mir ein Herz: "Ich möchte dich nicht angreifen, M., aber ich finde es nicht korrekt, wenn Leute mir Ratschläge geben, oder Wissen aufdrängen, wie ich abzunehmen habe oder was ich vermeiden solle, um zuzunehmen. Ich denke, nach 50kg Abnahme weiss ich, wie es geht und vor allem, wie es für mich geht. Ich wäre froh, würdest du sowas zu mir nicht mehr sagen."
    Antwort: "Ja, okay."

    Ich hasse es. Ich hasse es so sehr, diese Belehrungen, diese Besserwisserei, dieses Aufdrängen von Lehrmeinungen. Das ist nicht das erste Beispiel, aber eines der Schlimmeren von der Sorte. Es gibt und gab Leute, die mir zur 40, 50-kg-Abnahme gratuliert haben und danach gesagt haben: "Aber du solltest unbedingt Kohlenhydrate weglassen. Nur damit nimmt man ab." Wohlgemerkt: NACHDEM ich schon 30, 40 oder gar 50kg abgenommen hatte. Mit Kohlenhydraten. Mit vielen Kohlenhydraten.
    Nicht nur Veganer kämpfen mit unliebsamen Ratschlägen. Wenn es um die Ernährung geht, hat offenbar ein Grossteil der Leute das Gefühl, sie können sich zu verdammten Experten hochschwingen, obwohl sie keine Ahnung haben. Keine Ahnung von der Materie, keine Ahnung vom Anwenden der Materie, oder auch keine Ahnung und keinen Respekt von/vor der Person, die vor ihnen steht. Zum Kotzen sowas.

    Just don't do this. Vor allem nicht, wenn du selber keine einigermassen gesunde Ernährung praktizierst.

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    Bei Kollegin M. handelt es sich übrigens um die Kollegin, die in diesem Blog bereits mehrmals Thema war, allerdings so ums Jahr 2010 herum. HIER habe ich einmal über sie geschrieben. Sie hat mich verachtet dafür, dass ich dort noch stark übergewichtig war - und jetzt, auf einmal bin ich eine Instanz in sachen ernährung. Aber auch nicht immer.

    Meine Kollegin M. ist nicht mal besonders dünn. Sie hat sicher auch 5-10kg zuviel. M. fragt mich auch ständig: "Miriam, was soll ich essen?". Ich gebe ihr Ratschläge und versuche zu überlegen, was von unserem begrenzten Angebot an der Tankstelle am gesündesten wäre. Ich sage es ihr. Sie frisst ihren fucking Flammkuchen.
    Sie fragt mich auch, wie ich denn soviel abgenommen habe, und wie sie abnehmen könnte. Ich gebe ihr Ratschläge. Sie frisst ihren fucking Flammkuchen..
    Ich biete ihr auch oft Reste meines Essens an. Gestern zb. ein Grüne-Bohnen-Borlottibohnensalat mit Tomaten und leichtem, fast ölfreiem Dressing. Superlecker. Sie rümpft nur die Nase und sagt, es sei zu gesund..

  • Doing Yoga - Septemberchallenge

    Meine eigene kleine Challenge läuft und läuft und läuft.. Was für eine Challenge?
    Diese Woche fing das Semester wieder an. Und mit dem Semester starteten die Uni-Sportkurse auch wieder regulärer. Mit dabei? Yoga am Mittwochnachmittag, mit meiner Lieblingsyogalehrerein Gabriela. Das letzte Mal war ich Anfang Juni dabei, über die Sommerferien gab es 6 Wochen gar keine Sportkurse und generell weniger Kurse im Ferientraining. Ich wollte nicht alles verlieren, was ich im Frühlingssemester erreicht habe. Aus diesem Grund habe ich einen Hatha-Yoga-Kurs bei der lokalen Migros-Klubschule gebucht. Aus diesem Grund habe ich vor allem im August immer mal wieder ein Yogavideo aus dem Internet durchgeturnt.
    Und jetzt diese Challenge...Fragt mich nicht, wie ich auf die seltsame Idee kam, aber - im September, so hatte ich mir vorgenommen, wollte ich an sechs von sieben Tagen Yoga machen (mit vier Jokertagen). Gestartet bin ich am 2. September - ein erster "Joker" fiel also bereits auf den 1. September. Ein zweiter Joker setzte ich am 14. September ein, da ich nach drei Arbeitsschichten zu müde war. Am 15. gabs statt Yoga Pilates. Aber die anderen Tage?
    Yogayogayoga..

    Die beste Idee überhaupt war es, mich vorzuwagen und folgendes Buch zu kaufen: "Yoga-Workouts gestalten" von Mark Stephens. Auch wenn sich das Buch vornehmlich an Yogalehrer richtet, finden hier interessierte Yogaschüler auch sehr viel Input und Asana-Abfolgen zum Zuhauseüben für alle möglichen Schwierigkeitsgrade, Lebenssituationen und körperlichen Probleme. Der Theorieteil des Buches enthält zudem erstaunlich wenig spirituell angehauchte Lehre und wissenschaftlicher Nonsense, im Gegenteil. Der Autor scheint sehr viel von Muskeln zu verstehen, von ihrer Wirkung, ihren Gegensätzlichen Paaren, vom Aufwärmen und Dehnen. Er weist auch darauf hin, was man falsch machen kann, wie man Verletzungen vermeidet, und so weiter, und hat keine Scheu, mittels Fussnoten wissenschaftliche Studien und andere Bücher anzugeben. Natürlich kommen auch Dinge wie Chakren vor, aber im Kontext des restlichen Theorieteils kann man das vernachlässigen. Ich habe da schon weitaus mühseligere Yogabücher überflogen. Das Buch ist auch deswegen interessant, weil es im Anhang eine Serie von Asana-Beschreibungen mit Fotografien gibt. Neben den illustrierten Asanas mit ihrem Originalnamen und der dt. Übersetzung wird bei jedem Asana auch beschrieben, welche Muskelgruppen "stabil" sein müssen, und welche Bewegungen bzw. Gelenke "offen" sein müssen, also was man zuvor schon gedehnt und eingewärmt haben sollte, um diese Position einzunehmen. Ebenso wird angegeben, welche Asanas einen Ausgleich zum präsentierten Asana schaffen. Die Ausgleichshaltungen sind offenbar eine wichtige Tradition im Yoga - es geht darum, dass man nicht einseitig trainiert, sondern zusammengehörige Muskelgruppen beachtet.

    Seit vorletzten Donnerstag habe ich bereits fast alle Asana-Folgen aus dem Anfängerteil durchgeschafft und es macht mir viel, viel mehr Spass, als wenn ich Yogavideos befolge. Ich habe die Möglichkeit, meinem eigenen Tempo zu entsprechen, mich auch auf meine Atmung zu konzentrieren ohne zu befürchten, ich bekomme einen Ausschnitt eines Videos nicht mit. Ich kann auch mal unterbrechen, um meine Katze rauszulassen (fragt nicht..), oder um einen Schluck Wasser zu trinken, um Luft zu holen, wenn ich mich zu sehr angestrengt habe. Ich kann die Pose länger halten, wenn ich sie als angenehm empfinde, ich kann sie abkürzen, wenn ich merke, ich bin dafür noch nicht beweglich oder stark genug, oder wenn ich temporär Verspannungen oder Schmerzen verspüre. Ich kann mich darin üben, mit meinem Atem in eine Stretchingposition weiter hineinzusinken, mit jedem Atemzug mehr und länger.
    Tatsächlich ist es so, dass ich mich fast jeden Tag darauf freue, abends Yoga zu machen. Ich wähle zwischen anstrengenden Routinen und leichteren, manchmal mache ich auch eine rein schwitz-lose entspannende Stretchingroutine, wo ich den Wert eher darauf lege, mich zu dehnen. Das ist vor allem an Tagen wie gestern sehr angenehm, wo ich den halben Tag in der Bibliothek sitze, und danach noch arbeiten gehe. Da muss ich mich nicht mehr gross anstrengen - und wäre dafür auch zu müde.

    Vorgestern war nun wieder Vinyasa Yoga im Uni-Sport-Kurs angesagt. Ich war gespannt darauf, wie sehr sich meine Beweglichkeit und Kondition im Vergleich zum Frühling verbessert haben. Ich hatte das subjektive Gefühl, bereits nach 10 Challenge-Übungstagen Yoga sehr viel stärker und ausdauernder geworden zu sein. Aber subjektive Einschätzungen sind immer subjektive Einschätzungen.
    Was soll ich sagen? Ich habe nur einmal ein Adho Mukha Svanasana (nach unten schauernder Hund) abbrechen müssen, und das war weitaus später als nach den Sonnengrüssen. Ich habe sämtliche Druchgänge des Sonnengrusses durchturnen können, ohne einmal innezuhalten, und bis auf eine Pose (Vasisthasana - Seitenstütz), mit der ich aufgrund Kraft und Beweglichkeit auf Kriegsfuss stehe, habe ich alles mitmachen können. Selbst diese Pose habe ich immerhin 3-5 Sekunden halten können auf jeder Seite.
    Ich merke, dass ich bei meiner eigenen Form von Training mehr Wert darauf lege, eine Position korrekt auszuführen, als sie grundsätzlich und schnell durchzuführen wie in meinen Vinyasa-Flow-Kursen. Der Vinyasa-Flow-Kurs hat meinen Puls rascher hochgejagt als mein eigenes Training. Spass gemacht hats dennoch auf jeden Fall. Und ich denke, es wird mir auch deutlich mehr Spass machen, jetzt, wo ich nochmal ein bisschen mehr kann, mehr vermag, mehr Ausdauer habe als noch vor den Sommerferien.

    Erkenntnisse aus meinem Yoga-Selbststudium ergeben sich einige.

    • Yoga trainiert nicht nur die Beweglichkeit, sondern auch die Kraft.
    • Am angenehmsten ist Yoga mit Kerzen und Räucherstäbchen - Klischee inc!.
    • Kochbücher eignen sich nicht so gut als Stützen. Dazugekaufte Yogablöcke sind eine billige, aber gute Investition.
    • Yoga lehrt Geduld mit sich selber. Für mich ist es sehr schwer, mich nicht sofort in ein Asana zu zwingen, sondern langsam hineinzusinken, und den Muskeln die Möglichkeit zu geben, sich langsam in die Position hineinzustretchen.
    • Yoga ist gut für meine Stimmung - wie sämtlicher Sport.
    • Jeden Tag Yoga bedeutet, dass ich mehr schlafen müsste.
    • Yoga zeigt einem auf, wie ungleich der Körper eigentlich ist: Ich hatte schon vermutet, dass mein linkes Knie und meine linke Hüfte ein bisschen weniger beweglich sind als die rechte Seite. In Posen wie dem "Schmetterling" bzw. der "geschlossenen Winkelhaltung" (Baddha Konasana) merke ich dies deutlich.


    --> Das linke Knie befindet sich bei mir etwa eine Handbreit weiter oben als das rechte, welches wiederum fast auf dem Boden aufkommt. Es gibt noch weitere Posen, bei denen ich den Unterschied merke, bei dieser Pose allerdings ist er deutlich sichtbar. Mal sehen, wie lange es geht, bis ich rechts und links ähnlich beweglich bin. Den Unterschied führe ich übrigens darauf zurück, dass ich sehr gerne mit überschlagenem Bein dasitze. Über die Jahre hinweg muss ich mir wohl antrainiert haben, nur das rechte Bein zu überschlagen. Wenn ich versuche, links zu überschlagen, rutscht das Bein runter, weil es sich nicht selber halten kann, wie rechts. Und bequem ist es auch nicht, wie es rechts wäre. Total seltsam. :D

    Persönliche aktuelle Lieblings-posen (Asanas):

    Windmühle (Parivrtta Ardha Prasarita Padottanasana) - nein, ich kann die Namen nicht auswendig. ;)
    --> Stretching und aktive Entspannung zugleich. Ausserdem ist die Vorbeuge angenehm umkehrend für den Kopf.

    Windmill


    Baum (Vrksasana)

    --> Balance


    Ich komme mit den Füssen bei weitem noch nicht so hoch zur Hüfte, wie es das Model hier auf dem Bild schafft. Hier zeigt sich auch zumindest bei mir deutlich wieder der Unterschied zwischen linkem und rechtem Bein. Rechts geht es problemlos, links rutsche ich immer wieder ab. Der linke Fuss kriegt genausowenig natürlichen Halt wie der rechte - der rechte Fuss, bzw das rechte Bein mögen sich aber von alleine stabilisieren. Links rutsche ich weiter ab, bis ich beim Knie bin, oder die Balance ganz verliere. Dennoch finde ich dieses Asana sehr angenehm. Es ist fordernd, wegen der Balance. Manchmal merk ich allerdings, dass ich ein wenig zuviel Speck hab - die Füsse graben sich sehr unangenehm teilweise in den Oberschenkelspeck. Die Pose funktioniert auch überhaupt nicht, wenn man längere Hosen anhat, die keinen "Halt" geben.

    Ich habe noch weitere Posen, die ich gerne mache. Die zwei sind aber meine Lieblingspositionen. Vor allem die Windmühle - warum auch immer.

    "Hass"-Posen habe ich keine. Es gibt allerdings (Anfänger-)Asanas, bei denen ich deutlich merke, dass ich noch zu schwach bin, oder dass mein Speck mir im Weg ist, oder dass meine Beweglichkeit doch nicht so gut ist, wie ich dachte.

    Ein Beispiel dafür wäre Chaturanga Dandasana (Viergliedriger Stock). Die Pose ist elementarer Bestandteil der Sonnengruss-Varianten (Surya Namaskara) und entspricht eigentlich einer tiefen Liegestütz-Pose.


    Runter komme ich. Aber nicht soweit, wie es nötig wäre. Runter komme ich, aber dann kann ich mich nicht halten, um die nächste Position (Nach oben schauender Hund) einzunehmen. Meine Muskulatur ist zu schwach. Bisher mache ich die Modifkation (Beine auf den Boden, und danach die kleine Kobra), aber eines meiner nächsten Ziele ist es, Chaturanga Dandasana zu beherrschen, da diese Position so essentiell ist, selbst in Anfänger-Asana-Reihen.

    Ich übe mich in den nächsten Tagen weiter im Yoga und vertiefe mich in einem "neuen" Hobby - oder eher in einem verstärkten Hobby? Yoga mache ich ja schon seit Februar.

    Cheers!
    Rose

  • Zwischendurch was Schönes

    Zwischendurch was Schönes.

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    Schmuckshop im Bahnhof hatte Ausverkauf. 32 Franken für alles (ca 26. Euro). Saubillig und toll.

  • Diskriminierung mal anders rum.. Gastrosexuelle Männer.

    .... oder: Die merkwürdige Faszination der 20-Minuten-Redaktion mit traditionellen Rollenbildern des Mannes und deren Durchbrechung.

    Zugegeben, die Wortkreation "Metrosexuell" ist natürlich nicht auf dem Mist der Redaktion der Schweizer Gratiszeitung gewachsen. Das Wort Metrosexuell gibt es als Wortkreation vermutlich auch schon länger als es 20 Minuten gibt. (Dieser Fakt darf natürlich widerlegt werden.)
    Auch "Spornosexuell" - ein Wort, dass Männer bezeichnet, die ihre sportliche Körper bevorzugt mit "Selfies" präsentieren - ist vermutlich ebenso nicht auf dem Mist der 20-Minuten-Redaktion gewachsen - wenngleich sie offenbar im deutschsprachigen Raum die ersten waren, die dieses Wort aus einem Essay im "Telegraph" übernommen - und ins Deutsche übersetzt haben.

    Ziemlich sicher darf sich die 20-Minuten-Redaktion auch nicht als Kreativ-Team hinter dem Wortmonstrum "gastrosexuell" schimpfen - So wurde heute morgen die Story "Gastrosexuelle Männer erobern die Küche" von Nicole Glaus mit ebendieser seltsamen Wortkreation betitelt, das wohl ursprünglich aus einem Buch stammt. Was aber klar ist: 20-Minuten hat eine merkwürdige Affinition zu derlei sexuellen Wortspielen. Und das ist nicht okay.

    Ein gastrosexueller Mann - so der Artikel - ist ein Mann, der sich gerne in der Küche betätigt. Ein Mann, der dazu aber nicht ganz normal Herd, Töpfe und Pfannen braucht, nein: "Er investiert in kostspielige Kochwerkzeuge. Er weiss, was Pochieren und Niedergaren ist. Seine Leidenschaft erwacht nicht im Bett, sondern in der Küche."

    Sexmüde Muffel, deren Libido nur für die Vorspeise reicht? Die wortwörtliche Vorspeise?

    Den Einzug gastrosexueller Männer spüren auch die Verkäufer von Küchenutensilien. «Immer mehr Männer interessieren sich für die Wahl des richtigen Küchenmessers, wie die Erfahrung in unseren Shops zeigt», sagt Victorinox-Sprecher Hans Schorno. Besonders gefragt seien zurzeit farbige Küchenmesser. Bei den Hobbyköchen dürfe es auch einmal ein geschmiedetes Messer sein oder eines mit Keramikklinge. «Auch Männer legen grossen Wert darauf, das passende Messer für jede Verwendung parat zu haben», so Schorno.

    Wir fassen also zusammen: Ein Mann, der sich fürs Kochen interessiert, ist nicht einfach ein begeisterter Hobbykoch. Nein, sein Interesse muss - weil es nicht der typisch männlichen Rollenvorstellungen entspricht - einerseits degradiert werden (Kochen statt Sex), andererseits muss das Hobby aufgewertet werden. Nur Kochen genügt nicht, es muss das Beste, das Teuerste sein, mit Highendgeräten, alles andere ist dem wahren Mann nicht angemessen. Gemäss dem 20-Minuten-Artikel besorgt die Frau weiterhin die "Alltagsküche", es klingt, als wäre sich der moderne, gastrosexuelle Mann dafür zu schade.

    Wenn ich diese Zeilen lese, könnte ich im Quadrat die Wände hochgehen. Ich bin überzeugt, dass wir in unserer Gesellschaft für mehr Gleichberechtigung kämpfen müssen. Neben der Gleichstellung der Frau dem Manne gegenüber bedeutet das aber auch, dass der Mann der Frau gleichgestellt wird. Das Beispiel dieser Degradierung eines Mannes, der eine typisch weiblich geltende Betätigung ausübt, spricht Bände dafür, dass der Mann - ebenso wie die Frau - in der heutigen westlichen Gesellschaft starken Reglementierungen unterliegt. Diese Reglementierungen sind vermutlich sogar noch strenger als bei der Frau.

    Dinge, die per se feminin sind, aber von einen Mann ausgeübt werden, müssen viel stärker rechtfertigt werden, als wenn eine Frau genuin "männliche" Dinge ausübt. Eine Frau auf einem Motorrad? Ganz klar: Sexy! Aufregend! Abenteuerlustig! Grenzüberschreitend-gewagt! Ein Mann in der Küche? Ganz klar: Schwul! Weichei! Lusche! Unmännlich!

    Was 20-Minuten hier tut, ist zwar in einer ersten Betrachtung nobel - Männer, die sich in der Küche betätigen und das typische Rollenbild durchbrechen, werden nicht mehr per se verachtet.
    Bei einer zweiten Betrachtung merkt man aber, dass mit dieser Art Berichterstattung die bestehenden Rollenbilder nicht etwa durchbrochen, sondern im Gegensatz dazu zementiert werden. Der Mann kann nicht einfach etwas tun, was "typisch weiblich" gilt, ohne seinen Ruf zu verlieren. Er kann es nur tun, wenn er dieser Betätigung einen "männlichen" Touch aufsetzt. Er verhip-t, er verteuert, er vertechnisiert, er veredelt etwas. Weg mit der Alltagsküche, rein mit dem Sous-Vide-Gerät! Und noch schlimmer: Er versexualisiert!

    Der Korrekte Terminus wäre vermutlich "Gastrophil" gewesen. Liebhaber der Gastronomie. Nicht "Gastrosexuell". Ich bezweifle, dass ein Grossteil der Männer kocht, weil es ihnen einen Ständer besorgt - nein, sie kochen, weil sie es mögen, aus frischen Zutaten etwas lecker schmeckendes zu kreieren, und womöglich ihre/n Liebste/n damit eine Freude zu machen. Ich bezweifle auch, dass ein Grossteil der so kochenden Männer mit Hightech-Geräten kocht, und wage zu behaupten, dass Alltagsküche auch bei "gastrophilen" Männern dominiert.

    Das Problem besteht doch auch darin, dass sich Journalisten offenbar gar nicht bewusst sind, dass sie mit ihrer Sprache solche Rollenklischees zementieren und untermauern. Sexismus passiert sehr oft gegenüber Frauen. Wir sind viel achtsamer, viel bewusster, wenn es um solche Diskriminierung geht. Dass man aber auch Männer diskriminieren kann, dass man Rollenbilder zementiert, statt dafür zu sorgen, dass Raum bleibt für neue, andere Rollen, das vergessen Journalisten offenbar nur zu gern. Gerade Journalisten aber, die das Werkzeug der Sprache als ihren Beruf gewählt haben, die Worte jonglieren und einsetzen, sollten sich der Bedeutung eines Wortes und den möglichen Interpretationen und Andeutungen, die sich daraus ergeben, viel bewusster sein als ein Durchschnittsbürger.
    Vermutlich hat Frau Glaus den Begriff auch nur gewählt, weil er eben an das "metrosexuell" anklingt. Vermutlich hat sie gar nicht darüber nachgedacht, was noch mitschwingt. Gastrosexuell übertritt aber explizit eine Schranke, es kreiiert einen unnötigen Terminus, eine Assoziation mit Sexualität, die weder angebracht noch nötig ist, und es hinterlässt einen schalen Nachgeschmack an Verunglimpfung derjenigen Männer, die einfach gerne kochen. Und gerade deswegen hätte Frau Glaus darüber nachdenken sollen, den Begriff "gastrosexuell" unhinterfragt und unkommentiert zu übernehmen, als sei es der neuste hippe Trend im "-sexuell"-Wort-Spiel.

    Das soll nicht bedeuten, dass man dieses Buch, das offenbar die Grundlage war, nicht besprechen sollte! Nein, ich rufe nur dazu auf, dass man auch bzw. vor allem als Journalist durchaus kritisch darüber nachdenken soll, ob so ein "Phänomen" wirklich ein neues Phänomen ist, und ob der Begriff "gastrosexuell" dafür angebracht ist oder nicht.

    *kopfschüttel*

    Kochende Männer.. Als wären das Aliens von einem fremden Stern...

    In diesem Sinne noch gerne ein Hinweis auf die Kampagne "Rollen rollen", eine Kampagne für selbstbestimmte Geschlechterrollen von Terre des Femmes und den Jungen Grünen Schweiz.

    PS: Der einzige Lichtblick an diesem sexistischen, Rollenuntermauernden Geschwafel der guten Frau Glaus war die Kommentarsektion. Die hatte nämlich für 20-Minuten unüblich lockeres, humorvolles Niveau.

    • "Wenn ich nicht gerne koche, bin ich jetzt gastroimpotent? Dafür bin ich eher heimwerksexuell, da ich gerade unser Haus umbaue und dies gerne tue." (Mr. Wood)
    • "Ich koche zwar auch gerne und aufwändiger als meine Frau und das schon seit einigen Jahren mit grosser BEGEISTERUNG. Aber mit SEXUALITÄT Hat das weiss Gott nichts zu tun. Und entgegen dem Bericht oben biete ich die grosse Show auch im Bett ;)" (Stangensellerie)
    • "wenn die netten autoren schon selber ein wort erfinden wollen dann sollten sie es vielleicht eher mit gastrophil versuchen. einfach an alles sexuell hintenran zu hängen ist nur nervig und unpassend. aber am besten man würde es doch einfach lassen überhaupt namen dafür zu erfinden dass männer gerne kochen.." (Klugschei)

    Nachtrag 4. September:
    20-Minuten kanns nicht lassen, ein neues Phänomen möglichst wirksam auszuschlachten. Sie haben tatsächlich jemanden gefunden, der sich mit dem Phänomen identifizieren kann. "Kochen ist eine Art Vorspiel" ist also der zweite Artikel in der Serie, der dieses Unding an Wort ausschlachtet.

    Interessant finde ich hier vor allem, dass ein Begriff jemandem aufgedrückt werden soll, der das eigentlich selber gar nicht so sieht, beziehungsweise die Verknüpfung von Sexualität und Lust am Kochen ebenso nicht nachvollziehen kann wie ich.
    So sagt Bichsel, der interviewte 24-jährige Hobbykoch bereits in den ersten 10 Zeilen folgendes.

    Michael Bichsel, würden Sie sich selber als Gastrosexuellen bezeichnen?
    Der Beschrieb trifft schon auf mich zu. Aber ich finde die Verwendung des Wortes etwas ungeschickt. Auch mit dem Begriff «Foodporn» wird die Vorliebe für das Kochen automatisch in einen sexuellen Kontext gerückt, was aber eigentlich nicht im Vordergrund steht. Ich habe einfach riesigen Spass am Kochen, am Aussehen des Essens und am Geschmack. Wobei Kochen natürlich auch eine leidenschaftliche Komponente hat.

    Schon lustig, wenn der Interviewte abstreitet, das zu sein, wovon das Interview ausgeht. Dumm gelaufen..?
    Eher ein Hinweis darauf, dass "Gastrosexuell" nun wirklich nicht das beste Wort ist, um Kochleidenschaft von Männern zu erklären.

  • Problematik von "Gesundheitsseiten" im Internet: Beispiel Zentrum der Gesundheit

    Disclaimer: Dieser Text wurde von mir aufgrund diverser Diskussionen in den Facebookgruppen "Tellerchen-Debattierklub", "Ich packe auf mein veganes Tellerchen" sowie nicht zuletzt der Gruppe "Veganismus ohne Esoterik" verfasst. Kopieren und verbreiten ist gern erwünscht.

    Häufig kommt die Frage auf, was es mit den Informationen der Internetseite "Zentrum der Gesundheit" (ZdG) auf sich hat. Das ZdG macht sich zur Aufgabe, die Welt über alle möglichen gesundheitlichen Themen aufzuklären, die Themenbreite reicht von ADHS bis zu Zucker. Im folgenden werden drei Hauptaspekte aufgeführt, warum Informationen des ZdG als nicht verlässlich zu werten sind.

    1) Das ZdG ist kein unabhängiges Informationsportal. Die Internetseite wurde 2011 von Neosmart Consulting AG übernommen, die unter anderem Internetshops vermietet [1]. Grosses Interesse liegt im Verkauf der Nahrungsergänzungen, Vitaminen und anderen Produkten aus dem Shop. Dies ist problematisch: Die Infos, die gegeben werden, beruhen auf dem Interesse, die eigenen Produkte zu verkaufen und das teurer als die Konkurrenz. Manche Produkte sind "nur" überteuert, andere sind teilweise für die Gesundheit gar gefährlich. (So wird beispielsweise die Einnahme von kolloidalem Silber empfohlen[2]). Wenn Seitenbetreiber Verkaufsabsichten hegen, sind solche Informationen nicht als neutral zu betrachten.

    2) Viele gesundheitlichen "Fakten" die das ZdG aufstellt, sind teilweise a) haltlos, oder sogar b) gefährlich. Ein Beispiel dafür ist die Leugnung, dass das HI-Virus und die dazugehörige Krankheit AIDS existiert [3].
    Grundsätzlich gilt: Informationen, gerade im gesundheitlichen Bereich, sollten immer durch eine gut belegbare Fakten- und Quellenlage gesichert sein. Das ZdG verzichtet konsequent auf entsprechend korrektes Zitieren von Quellen. Bezüglich den Quellen wird sogenanntes "Cherry-Picking" betrieben – nur das wird verlinkt, was die eigene Aussage untermauert. Daten sind teilweise veraltet oder falsch. Kritik wird nicht zugelassen oder negiert [4].

    3) Weil das ZdG in den meisten Fällen die eigenen "Fakten" nicht belegen oder untermauern kann, bedient sich das ZdG sehr oft einer sehr einfachen Erklärungsmethode: Verschwörungstheorien.
    Es wird angedeutet, dass die Wissenschaft oder wahlweise die Pharmaindustrie absichtlich Erkenntnisse verschweigen, Studien fälschen und/oder wirksame "Heilmittel" aus der Natur oder der Küche unterdrücken würden. "Wahren" Informationen bekäme man allein beim ZdG - Der Verbraucher, der sich nicht mit der Materie auskennt, gelangt zum Schluss, dass "alles andere" böse ist. Wissenschaftliche Forschung ist aber in aller Regel öffentlich und transparent und jede neue Erkenntnis wird unabhängig gegengeprüft, bevor sie als gesichert angesehen wird! Auf diese Weise schürt das ZdG beim Leser Emotionen wie Angst und Misstrauen vor unabhängiger Forschung und verkauft die eigenen haltlosen Behauptungen manipulierend als Wohlfühl- und Wellnesspaket.
    Hier gilt: Wem wirklich daran gelegen ist, sachliche Informationen zu vermitteln, der vermeidet diese unsachliche Ebene. Die Fakten sollten viel wichtiger sein als Emotionen!

    Dies sind nur drei Aspekte, warum die "Fakten" auf der Website Zentrum der Gesundheit als sehr kritisch eingestuft werden müssen. Auch die Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert das ZdG und weitere Portale wegen den oben genannten Praktiken deutlich: http://www.vzhh.de/ernaehrung/308714/verkauf-statt-aufklaerung.aspx
    Direktlink aufs PDF: http://www.vzhh.de/ernaehrung/308756/Website%20Check%20Untersuchungsergebnisse%20Tabelle.pdf

    [1] http://www.moneyhouse.ch/u/neosmart_consulting_ag_CH-020.3.027.319-6.htm
    [2]Informationen zu kolloidalem Silber: http://de.wikipedia.org/wiki/Kolloidales_Silber#Unerw.C3.BCnschte_Wirkungen
    [3]AIDS-Lüge auf ZdG: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/ia-aids-propaganda.html
    [4] Kritikresistende ZDG - Reaktion der ZdG auf den Verbraucherschutz: http://www.zentrum-der-gesundheit.de/verbraucherschutz-hamburg-ia.html

  • I can't find my routine.

    Es ist dch noch gar nicht lange her, da habe ich mir Gedanken über Gewohnheiten gemacht. Dummerweise braucht eine Gewohnheit bei mir weniger lang, um sich zu verlieren, abhanden zu kommen, als sie wieder einzuführen. Vor allem Gewohnheiten, die mal da waren, aber abhandenkamen.. Das sind die schlimmsten, wenn's darum geht, sie wieder zu etablieren.

    Die Unibibliothek war die letzten zwei Wochen geschlossen. Ich habe in diesen zwei Wochen mehr gearbeitet als sonst, es fielen auch zwei Feiertage rein (Nationalfeiertag und irgendwas Katholisches). Also habe ich es mir gutgehen lassen, die Sachen relaxter gesehen und weniger gemacht. Ich habe viel im Haushalt gemacht, aufgeräumt, geputzt, beispielsweise meinen Putz-Utensilien-Unfug-Schrank ausgeräumt. Ich habe viel gelesen und viel gezockt. Ich habe mir Urlaub gegönnt. Ich habe aber auch recherchiert.

    Und nun..? Sitze ich seit Montag ab dem späten Vormittag in der Bibliothek. Gut, mag man denken. Könnte man meinen.

    Im Endeffekt tue ich nichts. Ich prokrastiniere, ich rezensiere Kochbücher, ich notiere mir Rezepte, die ich testen will, ich beteilige mich an Facebookdiskussionen, ich hab das Bedürfnis, Recherchen in andere Richtungen zu führen als die Richtung der aktuellen Seminararbeit, ich habe angefangen, True Blood zu gucken und die Sookie-Stackhouse-Romanserie zu hören...

    Es ärgert mich. Ich kenne doch meine Marotten, ich kenne meine Denkweisen, meine Ablenkungen. Ich bin hier, und zwinge mich, bis abends hier zu sein, in der Hoffnung, dass ich mir dann wenigstens die Chance eröffne etwas zu tun.
    Es ist einfach unglaublich zähl, dieser Moment, diese Momente, bis man wieder irgendwo drin ist - und es regt mich wie so oft auf.
    Ein bisschen zurückzuführen ist das vermutlich aber auch auf den grossen Stress, den ich mir selber gemacht habe. Ich habe das Bedürfnis, alles andere zu tun als wissenschaftliche ARbeiten zu produzieren. Ich habe das Bedürfnis, Urlaub zu machen, nur herumzufaulenzen. Wie so oft schleicht sich das Gefühl ein, keine Lust mehr auf die Uni zu haben.

    Wann höre ich auf, mich über mich selber aufzuregen? Im Moment bin ich grad einfach ein wenig konsterniert, wie unglaublich mühselig es für mich jedes Mal ist, wieder anzufangen. Wie unglaublich anstrengend, wie nervenaufreibend. Denn ich weiss, WENN ich einmal angefangen habe zu schreiben, ist alles viel weniger schlimm. Dann fliesst es, dann funktioniert es, dann kann ich es, und ärgere mich, warum ich nicht eher angefangen habe. Ich muss einfach irgendwo anfangen, und wenn es nur drei Sätze sind. Erfahrungsgemäss sind es eben nicht nur drei Sätze, die dann entstehen, sondern viele Sätze. Wenns hochkommt produziere ich locker 5-10 Seiten an einem guten Arbeitstag.

    Meine Arbeit über Kinderkleidung, die ich abgegeben habe, wurde übrigens mit der Bestnote belohnt. Die Dozentin war begeistert.
    Ich habe mich gefreut. Ungefähr 2 Sekunden lang, bevor ich mich darüber geärgert habe, warum ich nicht eher fertig wurde, warum ich dachte, ich könne sowas nicht. Ich war schockiert von mir selber, wie schlecht ich über mich denke, wie negativ ich meine Arbeit selber im Kopf bewertet hatte, wie ich mich nicht über meine gute Note freuen konnte, sondern tatsächlich fast geweint habe, weil ich mir selber alles immer so schwer mache.

    Ich kann es mir irgendwie nie recht machen - das macht mir ein wenig Angst. Warum denkt mein Kopf so kompliziert?
    Ich bin nicht die Beste, und wenn ich mich gemessen daran betrachte, mache ich mich nur unglücklich. Warum sind die ersten zwanghaften Gedanken immer, mich selber niederzumachen?
    Jetzt kann ich mich drüber freuen - und ich tue es auch. Ich freue mich und denke, ich habs verdient. Aber diese ersten Momente nach dieser Mail - da waren nur schlechte Gedanken dabei. Das hat mich wirklich erschreckt.

    Ich schweife mal wieder ab.
    Heute habe ich auch nichts geschafft - leider. Bevor ich mich aus lauter "Ich schaffe eh nichts, ich bin im Verzug, ich schaffe auch morgens nicht"-Gedanken in einen ziemlich blöden Kreislauf manövriere, sollte ich den irgendwie ansatzweise versuchen zu durchbrechen.
    Ich werde gleich noch einkaufen gehen, und für morgen einen super Brotaufstrich vorbereiten. Ich werde es mir heute Abend gut gehen lassen, sei es nun bei True Blood oder beim Computerspielen. Und morgen früh packe ich meinen Tee in eine Thermoskanne, nehme den auch mit an die Uni. Mehr und mehr habe ich gemerkt, dass ich das Teetrinken morgens als Ausrede benutze, warum ich um 10.15 noch immer auf meinem Bett oder meinem Bürostuhl hocke, und nonsense mache. Dann komme ich erst gegen 11, halb 12 bei der Uni an, und sag mir "Ach, es lohnt sich doch gar nicht mehr, vor Mittag etwas anzufangen." Nach dem Mittag gönne ich mir die "Verdauungspause" und wenn es 14 Uhr ist, sag ich mir: "Das lohnt doch eh nicht mehr."
    Ein hervorragendes Beispiel an Prokrastination, es gehörte in ein Lehrbuch....

    Morgen wird gearbeitet. Und wenn es nur ein bisschen ist. Morgen wird gearbeitet. Ich werde hier Zeugnis davon ablegen!

    Wenigstens klappt das mit dem Sport sehr, sehr gut im Moment.
    Auch wenn ich noch nicht sicher bin, ob ich Dauermuskelkater etwas gutes finde..

    Ich fühle mich auch ein wenig melancholisch - gestern hätt' ich fast geheult, wegen einer Serienromanze.

    /wirre Gedanken aus.

  • Experiment Gleichklang beendet.

    Soeben habe ich meinen Account auf Gleichklang gekündigt. Er lief sowieso nur noch einen Monat, und ich kam so der neuen Abbuchung zuvor. Irgendwie reizt es mich, doch noch irgendwie etwas Abschliessendes zu sagen.

    Letzten Sommer war ich wirklich verzweifelt aufgeschlossen, und hab mich dazu entschlossen, dieses unübliche Konzept von Partnervermittlung mal zu testen. Gleichklang funktioniert insofern anders als "normale" Partnerbörsen im Netz, dass man nicht wahllos durch Profile surfen kann. Stattdessen werden einem Profile als Vermittlungsvorschläge präsentiert, die auch auf die eigenen Suchkriterien zugestimmt sind. Das ist das erste Positive, finde ich. Das zweite Positive hängt damit zusammen: Da das "Browsen" entfällt, entfällt auch die Gratis-Mentalität und gleichzeitig die Hinten-Rum-Abzocke. Das ist bei vielen Seiten so, dass man sich anmelden kann, und gross Werbung gemacht wird, man könnte auch gratis teilnehmen, aber im Endeffekt muss man dann doch für Dinge bezahlen, beispielsweise fürs Kontaktaufnehmen, oder so. Bei Gleichklang ist das fair: Man bezahlt einen Jahresbeitrag und kann das Portal dann uneingeschränkt nutzen. Wer nicht bezahlt, wird auch nicht mit irgendwelchen Profilen mit hübschen Fotos geteasert oder so. Transparenz und Ehrlichkeit. Man kann auch zwischen zwei Tarifen wählen - 48 Euro für die, die es sich wirklich kaum leisten können, oder etwas über 70 Euro für die, die es sich leisten können.
    Der dritte Aspekt, den ich bei Gleichklang interessant finde, ist, dass sich das Portal als Vermittlungsportal abseits der Masse präsentiert. Es werden gezielt beispielsweise Veganer oder Vegetarier angesprochen, Esoterisch interessierte, Homosexuelle, Transgender, oder Leute aus dem Bereich der BDSM-Szene kommen, aber auch Polyamore oder Asexuelle. Man kann auch einfach nur Freundschaften oder Reisepartnerschaften suchen, oder auch nur sexuelle Kontakte.

    Wenn man einen Kontakt vorgeschlagen bekommt, kann man das Profil ausgiebig begutachten. Man sieht (je nach Einstellung) Fotografien, aber auch recht viele Infos, einen eigens verfassten Text (wenn überhaupt verfasst), und generlele Infos wie Alter, usw. Dann kann man wählen, ob man das Profil interessant findet, oder ob man lieber nicht Kontakt aufnehmen möchte. Und dann könnte man theoretisch eine Nachricht schreiben, in der Hoffnung, dass sich was ergibt.

    Ich weiss wirklich nicht, wohin ich mit diesem Fazit will. Ich finde die Idee wirklich super, so ein Portal aufzubauen. Dennoch hat es für mich nicht geklappt.

    Ich habe meine Suchreichweiten relativ offen gehalten. Ich habe fast keine ausschliessenden Faktoren gewählt und auch eine recht hohe Reichweite eingestellt bezüglich der Distanz, wo die Leute wohnen, dem Alter und generellen Einstellungen. So habe ich dann auch wirklich einige Vermittlungsvorschläge bekommen. Hier sehe ich einen gravierenden Nachteil: Gerade weil die Plattform "spezielle" Menschen anspricht, ist ihre Mitgliederzahl vermutlich geringer als diejenige üblicher Portale. Bei derart vielen ausschliessenden Faktoren sehe ich die Problematik, dass man halt irgendwann - wenn man zu anspruchsvoll ist - einfach kaum Partnervorschläge reinbekommt. Ich weiss natürlich nicht, wie ausschliessend der Algorythmus arbeitet, aber ich kann mir schon vorstellen, dass das eine Problematik sein könnte. Zumal Vermittlungsvorschläge ja natürlich auch auf den gegenseitigen Ausschluss- und Annahmekriterien basieren. Ich werde also niemandem vorgeschlagen, der gleichzeitig von meinen Einstellungen ausgeschlossen werden müsste. Der Algorythmus rechnet mehrmals pro Tag neu durch, und so tröpfeln die ersten Vorschläge nicht sofort rein, sondern nach einigen Stunden nach der Anmeldung, und dann immer wieder ab und an.
    Nach den ersten Massen an Vorschlägen, die man bekommt, kommt dann halt aber irgendwann nicht mehr viel ein, vielleicht jede Woche eine Person. Das hängt dann halt von den Neuanmeldungen ab.
    Wer sich also dort anmeldet, der sollte möglichst wenig "harte" Ausschlusskriteren angeben ("Auf keinen Fall"), sondern eher die weicheren Varianten wählen, wie "vielleicht" oder "eher nicht" und so weiter. Ihr merkt dann schon, was ich meine.

    Positiv fand ich, dass da auch Raum gelassen wird für einen freien Text im Profil. Leider, so habe ich das gesehen, schreiben viel zuviele Leute überhaupt nichts dort hinein. Das ist halt wirklich schade, wobei das nicht an Gleichklang selber liegt, sondern an den Leuten selber, die mundfaul sind. Ich kann sagen, dass ich eigentlich kein einziges Profil als interessant eingestuft habe, bei dem in diesem freien Text nichts stand. Diese Texte finde ich auch ehrlich gesagt viel aufschlussreicher als irgendwelche Aufzählungen von Hobbies oder bevorzugten Küchen oder Reisevarianten.
    Man könnte als Plattform aber noch viel stärker darauf hinweisen, wie wichtig diese Texte sind. Im Rahmen dessen, was man alles ausfüllen kann im Profil, geht der Text schon recht stark unter.

    Generell ist die Navigation etwas mühsam. Auch die "Aussetzen"-Funktion ist sehr, sehr versteckt. Aussetzen heisst eigentlich, man will für die nächste Zeit keine neuen Vermittlungsvorschläge. Man nimmt sich quasi aus dem "Pool". Das wäre eigentlich angebracht, wenn man keine Lust hat, weiter auf die Suche zu gehen, oder wenn man gerade mit jemandem etwas ernsthafteres anfängt. Leider haben diese Funktion sehr viele Leute irgendwie nicht gesehen, oder wussten gar nicht darum. So kam es mindestens drei oder viermal vor, dass Leute mir geschrieben hätten, sie bedankten sich für die Einstufung als "interessant", aber sie seien bereits vergeben/am Daten/nicht mehr auf der Suche.

    Es ist also durchaus ein gemischtes Fazit, was die Handhabe angeht.
    Himmel.. ich kann mich nicht entscheiden, ob ich negativ oder positiv eingestellt sein sollte. Fakt ist, dass ich über Gleichklang jemanden kennengelernt hatte, letzten September. Ich war sehr enthusiastisch, und habe mich drauf eingelassen. Es ist schiefgegangen, die Gründe hierfür müssen jetzt nicht erläutert werden. Das hat mich zurückgeworfen, und ich muss es wirklich vermeiden, Gleichklang eine Mitschuld dafür zu geben. Das wäre nämlich Bullshit.
    Ich hätte vorsichtiger sein sollen, und ich schätze, ich hab mir auch einige andere "Möglichkeiten" überhaupt gar nicht angesehen oder es in Betracht gezogen, weil ich halt bereits ab der zweiten Woche fixiert war auf diese Person.
    Ich denke, es hätte durchaus noch viel mehr interessante Menschen gegeben, die mir vermittelt wurden. Und insofern ist Gleichklang nämlich wirklich etwas tolles, um Leute zu kennenlernen. Man sollte sich einfach nicht sofort auf jemanden festlegen. Man sollte auch nicht zu schnell Vermittlungsvorschläge wegklicken.

    Und dann gibts noch einen weiteren Punkt, der zumindest für mich gilt: So nett das Message-System dort auf dieser Plattform ist - für mich taugt das nichts. Ich merke, dass ich auf ellenlange Mails zwar gerne antworte, aber dass ich mir immer bewusst Zeit nehmen muss, und - dass ich das dann eben teilweise nicht getan habe. Nach drei Wochen zu merken, man hat nicht geantwortet, ist sehr kontraproduktiv.
    Man hat auch den Anspruch an sich, etwas Kluges zu schreiben, obwohl man sich über diese Mailselbstdarstellung ja eigentlich nicht wirklich kennenlernt. Es entsteht halt keine Kommunikation, es ist ein Austausch von Monologen. Ich hab mitte Mai noch einmal ein wenig durch Profile geschmöckert und mit Leuten geschrieben, aber auch da verliefs im Sande, weil ich keine Motivation hatte, Antworten zu schreiben (es hat mich aber auch niemand extrem umgehauen). Da muss ich mir natürlich aber an die eigene Nase fassen. Skype-Adressen sind schnell ausgetauscht, oder Facebook-Profile oder so. Der unmittelbare, chatartige Kontakt mit jemandem ist viel informativer, zeigt viel mehr von der Person, als diese gut durchdachten Sätze. Noch ehrlicher ist natürlich direkt skypen bzw. Telefonieren, aber da bin ich ja eine Phobikerin.. Ich kann mit niemandem wirklich gerne skypen, den ich noch nie gesehen habe. Ich habe auch keine Webcam, Himmel hilf!
    Es wäre höchstens noch überlegenswert für Gleichklang, ob sie eine Art Echtzeitchat in ihre Plattform einbauen wollen würden, statt dieses recht komplizierten Mailsystems.

    Und so habe ich mich nun abgemeldet. Es war ein interessantes Experiment - und ich kann mir gut vorstellen, dass Gleichklang potentiell viel mehr Erfolgschancen bietet, jemanden kennenzulernen, als die üblichen Partnerverarschungsvermittlungsseiten. Ich kann jedem raten, unter den oben genannten Voraussetzungen, sich bei Gleichklang mal umzusehen. Die Seite ist auf jeden Fall ehrlicher und interessanter als übliche Partnervermittlungsseiten. 
    Man sollte aber auf jeden Fall nicht zuviele Auschlusskriterien wählen, und auch bezüglich Alter, Aussehen und so weiter sehr offen sein. (Meine Altersspanne war von 18-45, die ich eingestellt hatte.) Desweiteren sollte man sich auch überlegen, ob man die Unterhaltung lebendiger gestalten möchte und auf Chatplattformen ausweicht, wenn man jemanden kennengelernt hat. 

    Was ich Gleichklang raten würde, an der Plattform zu überarbeiten:
    - Die Aussetzen-Funktion müsste viel stärker betont werden, vor allem auch bei Leuten, die seit mehrerne Tagen/Wochen ihre Nachrichten nicht gelesen haben/sich nicht eingeloggt haben.
    - Die Rolle des freien Texts müsste sehr viel stärker betont werden, und User auch darauf hingewiesen werden, dass diese freien Nachrichten eigentlich sehr wichtig sind bei den Profilen. Eventuell wäre eine Untersuchung angebracht, wie gross die Chance ist, als Profil abgewiesen zu werden, wenn man keinen Text hat, im Vergleich zu einem Text.
    - Eventuell wäre eine Chatfunktion wünschenswert.

    Es war ein spannendes Experiment. Aber für mich ist es nichts. Und somit ist es auch beendet.

  • Katze, Internet, Yoga und Mitbewohnerin (BEIJ +3/6)

    Und da wars schon wieder der 11. Juli. Die letzten 10 Tagen waren ziemlich turbulent, was erklärt, warum man auf meine restlichen 4 BEIJ-Einträge bisher warten musste.

    Aber einmal von vorne: Meine Katze war vom letzten Juni-Freitag an krank, hat nur noch gewürgt, aber es kam kein Haarball raus oder so. Ich musste sie am 30. Juni zum Tierarzt bringen, weil sie nichts mehr gefressen hat. Ergebnis: Entzündung im Hals, mit "ein bisschen EIter", aber trotz teurer Blutuntersuchung wusste der Herr Doktor dann auch nicht wirklich viel weiter. Er hat Antibiotika und Entzündungshemmer gespritzt, Impfungen und Entwurmungen nachgeholt, die schon vor 6 Monaten angestanden hätten, und am Ende durfte ich 431.70 Franken bezahlen. (Kaum ist man die Kreditkartenschuld los, muss man sie schon wieder für so einen Hammer einsetzen.. Hallelujah..)
    Ich hab die darauffolgenden Tage geschwankt zwischen meine Katze bitten, sie solle gefälligst anfangen zu fressen, und meiner Katze zu drohen, wenn sie jetzt nicht anfängt, gescheit zu fressen, dann.. Ich hätte es mir nicht leisten können, sie nochmal zum Tierarzt zu bringen, wenn sie weiterhin nichts gefressen hätte. Ich weiss, das klingt hart - aber wie sollte ich es denn ausdrücken? Ich hätte es natürlich GETAN, aber ich hätte es mir nicht LEISTEN können..
    Zum Glück hat das Katzi bereits am Dienstag (1. Juli) wieder gefressen, und auch wenn es noch zweimal ein wenig gekotzt hat - jetzt geht es ihr wieder gut, sie ist nur genervt von diesem Wetter. Ich war so happy, dass ich sie gleich beim Mampfen fotografiert habe.
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    Bereits am Dienstag hatte sie mich wieder lieb, und hat ihre Lethargie (die sich in "unter dem Bett verstecken" geäussert hatte) des Wochenendes kompensiert, in dem sie mir während einer morgendlichen Game-Session auf die Eierstöcke gegangen ist. Aber es kuschelt sich ja so toll, je enger die Ecke ist, und je mehr Sachen unten drunter liegen.
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    NO SKYRIM FOR YOU!

    Ich liebe sie halt schon.

    Und dann ging natürlich auch das Internet nicht mehr. Nur drei Tage nach dem Tierarztbesuch war am Donnerstagmorgen tote Hose. Und am Donnerstagabend. Wenigstens ist der Kundendienst des Anbieters, den ich seit 2 Jahren habe, um einiges besser als der vom letzten Anbieter.
    Anekdote:
    "Ich habe auch schon die Kabel gewechselt, das Modem ein- und ausgeschaltet, einige Zeit ausgeschaltet gelassen - das half alles nichts."
    "Ah, dann sind sie ja schon sehr versiert in diesen Dingen."
    "Wissen sie, ich war drei Jahre bei der Cablecom. Da kam sowas alle paar Monate vor."
    - Der Kundenberater am Telefon hat nur gekichert.

    Es lag auch nicht mal an uns. AmSamstag hätte ein Techniker vorbeikommen sollen. Er rief dann auch an und sagte, er käme vorbei, ginge aber zuerst zum lokalen "Knoten". Er kam dann gar nicht zu uns. Meine Mitbewohnerin rief später an (ich war auf dem Weg zur Arbeit), dass der Techniker angerufen hae und gesagt, dass es am Knoten gelesen hätte. Da war was schief. 2 Minuten später ging das Netz wieder.

    Apropos Mitbewohnerin: Die ging mir natürlich auch auf die Eierstöcke.
    Bei der Katze sagte ich ihr am Freitagnachmittag schon, dass ich mit ihr am Montag zum Tierarzt gehen würde, wenn es weiterhin anhalten würde. Aber nur, wenn Lebensgefahr bestünde, würde ich den (extrem teuren) Nottierarzt übers Wochenende bestellen.
    Am Montag sagt sie zu mir, sie sei ja schon froh, ich sei endlich gegangen, sonst wäre sie mit ihr gegangen. Als ob ich nicht gehen würde..
    Ich habe ihr dann klar gesagt, dass ich so eine Aussage daneben fände. Ich hätte ihr am Freitag gesagt, dass ich am Montag gehen würde. Und ich würde mein Wort halten. Ob sie das Gefühl habe, dass meine Katze mir egal sei?
    Sie hatte auch übers ganze Wochenende Panik gemacht, von wegen, das sei total gefährlich, wenn eine Katze zwei Tage nichts frisst.
    Bullshit. Ich war so sauer über diese unausgesprochenen Vorwürfe.

    Und dann wegen dem Telefon: Sie behandelte mich, als sei ich dran schuld. Dabei habe ich sofort angerufen abends, ich habe auch am Freitag sofort angerufen, als es per SMS hiess, ich bräuchte nen Techniker. Als ich ihr dann sagte "Gute Nachricht, der Techniker kann morgen noch vorbeikommen, statt erst am Montag", pflaumte sie mich erstmal an, das sei ja scheisse, sie wolle heute am Samstag noch in die Sonne, ob die nicht sagen könnten, wann genau der vorbeikäme.
    Ich habe ihr dann gesagt, wenn es ihr lieber sei, könne ich den Techniker auch erst auf Montag bestellen, wenn es ihr wichtiger ist, die Sonne zu sehen. Das war natürlich pure Ironie, da sie ungefähr ähnlich viel am Computer hängt wie ich, aber im Gegensatz zu mir keine Idee hat, wie man sich selber unterhält, wenn man keine Youtube-Schminkvideos ansehen kann.
    Sie hat dann noch mehrmals am Freitag und Samstag rumgemault, mir wäre fast der Kragen geplatzt.

    Ja und so. Jetzt läufts wieder.
    Und ich irgendwie so auch.

    Mein Yoga-Sommerkurs, den ich mir geleistet habe, hat gestern angefangen. Wir waren zu acht, ein Mann, sieben Frauen. Ich hatte ja zuerst Angst, dass ich das nicht schaffe, dass ich die untrainierteste wäre, die dickste usw. Die üblichen Ängste halt.
    Im Endeffekt habe ich dann eher zu den trainierteren der Gruppe gehört. Die eine Dame, sicher schon 65, 70, hatte ein künstliches Kniegelenk, und konnte nicht mal vom Sitzen ins Stehen kommen, geschweige denn irgendeine Übung machen, bei der man das Knie hätte beugen müssen. Also so ungefähr ALLE ÜBUNGEN. Mal im Ernst - ich will ja niemanden diskriminieren, aber warum geht man ins Yoga, wenn man doch weiss, dass man da die Knie dauernd beugen muss, es aber rein medizinisch gesehen nicht beugen kann? Und sie wusste es, denn in der kurzen Anfangsrunde sagte sie voller Stolz, sie habe vor vielen Jahren oft Yoga gemacht.
    Und dann der Mann, der tat mir etwas leid. Er war so ungefähr 30, 35, und trug Hörgeräte, vermutlich auch ein Cochlear-Implantat, hatte eine Sprechbehinderung und hat von den Anweisungen der Lehrerin nur die Hälfte verstanden und dementsprechend einige Übungen total schief ausgeführt, inkorrekt und falsch. Auch als die Lehrerin zu ihm ging, und ihn manuell korrigierte, hat er die Anweisungen nicht richtig verstanden. So hatte er beim Yoga-Drehsitz zb. das falsche Bein rübergefaltet. Ich mein', man hätts ja auch bei mir abschauen können. Ich habe alle Übungen korrekt durchgeführt, so gut es ging. Und auch er war offenbar schon in einem oder zwei Kurse, zumindest kannte er die Leiterin.
    Seltsame Sache das.

    Ab nächste Woche nehme ich meine eigene Yogamatte mit. Ich habe mich die ganzen 60 Minuten hindurch geärgert, weil es in diesem Kursraum nur diese Airex-Matten gibt, die sich eigentlich für Yoga nicht eignen, weil man in ganz vielen Positionen eine Matte haben muss, die nicht verrutscht, bzw. auseinanderziehbar ist. Die Matten, die es da gab, eignen sich beispielsweise fürs Pilates oder für Gymnastik, aber nicht für Yogapositionen wie den Helden/Krieger, weil man da mit dem Körpergewicht auf die Mattenenden einwirkt, und die Airex-Matte so anfängt, auseinanderzurutschen..
    Dann heissts halt also Matte schleppen. Auch gut, dann wird sie öfters gebraucht.

    Ich habe heute auch ein bisschen Muskelkater, aber bei weitem nicht soviel wie letzte Woche, wo ich bei einer Studienkollegin in ihrem Freiluftyoga "Yoga in da park" war. Da haben wir draussen Yoga gemacht, und mir hat einen Tag später alles (auf die Gute Weise) wehgetan. Diese Woche ist das Wetter dafür zu scheisse, ich hoffe aber, dass es nächste Woche besser wird. Und dass die Leiterin das Yoga nicht auf Donnerstag setzt, weil dann könnte ich ja wegen meinem bezahlten Kurs nicht teilnehmen. Zweimal Yoga am Tag wäre dann doch etwas zuviel.

    Ich bin zudem auf der Suche nach gescheiter Sportkleidung, aber scheitere irgendwie in jedem Geschäft, in das ich gucke. Früher gabs in meinem Migros und in meinem C+A eine kleine aber feine Sportabteilung, das ist bei beiden GeEschäften nicht mnehr der Fall. Ich möchte halt No-Name-Sportkleidung, ich bezahle nicht für ein T-Shirt 50-100% mehr, nur weil da Adidas, Nike oder sonstwas draufsteht. Ich will einfach nur eine kurze Sporthose, die mir passt, und die mir nicht runterrutscht, weil sie eigentlich ne Nummer zu gross ist wie bei der jetzigen. Aber finde mal, wer suche.. Nicht mal "La Redoute", mein Lieblingsversandhändler, hat gescheite Sportkleidung im Lager, die nicht extrem viel kostet.

    Und Blutspenden wollte ich ja eignetlich auch noch.

    Soviel zu tun.

    PS: Gestern erste Seminararbeit beendet und abgeschickt. Jetzt habe ich noch 21 20 Tage für die zweite. Juhu. Freude herrscht.

  • Dinge, die Frauen aus Angst vor Gewalt nicht tun.. (BEIJ +2/6)

    Manchmal, da erwische ich mich ja beim Prokrastinieren, und auf Unsinnsseiten herumsurfen. Eine solche Unfugsseite ist Buzzfeed.com, die nun wirklich alles enthält, was das Internet zu bieten hat. Von Foodporn, über Katzen, bis hin zu aktuellen Alltäglichkeiten aus Sport, Politik und People. Meistens ist das ganze ziemlich unterhaltsam, und so soll es wohl auch sein - Klickbaiting for the win.

    Ein Artikel, den ich allerdings vor einigen Tagen gelesen hatte, hat mich nachdenklich gemacht. Nachdenklich und wütend zugleich.
    Im Artikel "29 Things Women Avoid Doing Because We Fear For Our Safety" beschreibt eine Autorin 29 Dinge, die Frauen gemäss einer nicht-repräsentativen Umfrage (von ihr selber) nicht tun, weil sie Angst um ihre Sicherheit haben.

    Auf dieser Liste gibt es nur einen einzigen, ich wiederhole, einen einzigen Punkt, dem ich ohne Vorbehalte zustimmen kann - weil er gesumdem Menschenverstand entspricht.

    2. Leave our drinks at the bar, unattended, because someone might try to drug them.

    Wir leben im Zeitalter von KO-Tropfen. Dieser Tip sollte für alle gelten, nicht nur Frauen, auch Männer können durchaus Opfer von KO-Tropfen werden, beispielsweise in Bordellen, wo ihre Kreditkarte dann mit vielen tausenden Franken/Euro/Dollars belastet wird, und niemand kann das Gegenteil beweisen.

    Die restliche Liste hat mich nun wirklich nachdenklich gemacht. Gewisse Dinge kann ich nachvollziehen. Dass man sich bei Dunkelheit in gewissen Stadteilen nicht wohl fühlt, ist mir auch schon passiert. Der Hauptbahnhof Luzern beispielsweise, wenn ich abends am Samstag oder Freitag von der Arbeit heim komme, und da alle Partygänger zu finden sind. Oder eine bestimmte Bank beim Bahnhof, wo die Drogensüchtigen und Alkoholiker sich regelmässig versammeln. Eine bestimmte Bar in der grösseren Nebenstrasse, wo ich wohne, wo man zu 90% ein geflirtetes "Hey, how are you" von einem Mann bekommt.
    Das sind aber alles so kleine Unwohlseins-Gefühle, die mich niemals dazu bewegen würden, diese Gegenden generell zu meiden. Ich fürchte hierbei weder um meine Sicherheit, noch ist mir je etwas passiert. Es ist einfach Unwohlsein.

    Die Frauen, die für diese Liste befragt wurden, scheinen aber generell wirklich Angst um ihre Sicherheit zu haben. Ich kann nun weder beurteilen, inwiefern diese Ängste künstlich geschürt werden, oder vielelicht sogar schon pathologisch paranoid sind. Ich kann auch nicht beurteilen, wie realistisch diese Ängste sind, kenne ich doch weder den Wohnort dieser Frauen, noch ihre Herkunft, ihr Aussehen und ihre Historie von solchen Geschichten.
    Ich kann nur schlussfolgern, dass die USA ein verdammt gefährliches Pflaster sein müssen für Frauen.

    Ein gefährliches Pflaster, dass voller gefährlicher potentieller Angreifer ist, die sich verkleiden...
    4. Meet our creepy landlords, the cable guy, or the electrician by ourselves, because it makes us feel unsafe.
    25. Let the cab driver/our date drop us off directly in front our buildings, because we don’t want random guys to know where we live.

    ... bei dem es generell alle Männer, die etwas übers Internet anbieten, potentiell auf eine Vergewaltigung/einen Angriff aus sind..
    6. Try couch-surfing, because staying at a stranger’s house seems like an invitation for trouble.
    9. Meet a stranger — for a date or to buy something on Craigslist — without telling a friend exactly where we’ll be, because we’re aware there’s always the threat of danger.

    Ein gefährliches Pflaster, bei dem Kleidung sofort den Anschein erweckt, frau wolle angegriffen oder sexuell belästigt werden..
    11. Wear flimsy clothing when we’re out walking by ourselves, because harassers see it as an invitation to bother us.
    12. Wear loud or outrageous clothing, either, because that’ll invite comment from strange men too.
    13. Wear anything that will expose our breasts or remind men that we’re women, because that’s seen as an invitation for leers.
    14. Wear a ponytail, because it will make it easier for an attacker to grab our hair.
    15. Wear high heels, because it’ll make it harder to run faster if we need to.

    Ein gefährliches Pflaster, bei dem es nicht einmal möglich ist, spätabends alleine zu arbeiten.
    28. Stay late at our offices by ourselves, because of the potential of being attacked.

    Es gäbe noch sovieles zu sagen. Ich weiss gar nicht, wo ich anfangen soll. Mein erstes Gefühl nach dem Schock war Verärgerung. Ist es nicht ziemlich lächerlich, vor sovielen Dingen Angst zu haben? Woher kommt diese Angst, und warum empfinde ich sie nicht?
    Ich latsche abends um Mitternacht in der Stadt herum (und ich würde das auch in Zürich tun, nicht nur in Luzern), ich trage Kopfhörer, ohne Angst zu haben, jemand greift mich von hinten an, ich trage tief geschnittene Kleidung, zusammengebundenes Haar, ich trage hochhakige Schuhe nur deswegen nicht, weil ich sie unbequem finde, ich blicke Männer unbeirrt an, wenn ich Lust habe, sie anzublicken, ohne Angst zu haben, ich würde damit eine Einladung kommunizieren, ich latsche abends nicht mit dem Schlüsselbund zwischen den Fingern herum, ausser ich nähere mich meiner Haustür, ich esse Eiscreme und Bananen in der Öffentlichkeit und es kratzt mich überhaupt nicht, ob ich damit bei einem Mann ein sexuelles Gefühl auslösen kann, und und und.
    Ich habe das eigentümliche Gefühl, viele dieser Gründe sind total übertrieben. Ich reagiere als mit Verärgerung und Unverständnis. Ich sehe sogar darin eine viel zu extreme Verallgemeinerung, die der Sache einfach nur schaden kann. Wer sich nicht traut, sich sexy zu kleiden, ein Eis zu essen oder bei einer blöden sexistischen Bemerkung zurückzugeben, der zementiert dieses Ungleichgewicht doch nur noch?

    Danach kam Verwunderung: Kann es wirklich sein, dass die Schweiz um sovieles sicherer ist als die USA? Muss man Angst haben, wenn man in den USA wohnt? Dass andere Länder für Frauen gefährlicher sind, ist mir durchaus bewusst. Frauen zählen in anderen Ländern ja auch weniger, so wurde vor einigen Monaten eine Schweizer Touristin in Indien vergewaltigt.
    Aber die USA?
    Trägt Frau in den USA keine kurzen Röcke, weil dort die Idee, dass Frauen zu einer Vergewaltigung mit ihrer Kleidung beisteuern, viel weiter verbreitet sind als hier? Das ist eine legitime Frage, und mir scheint es tatsächlich als Grund zu funktionieren, warum frau sich in der Kleidung derart stark einschränkt, bloss um keinen Übergriff zu realisieren. Hier in der Schweiz diskutiert niemand öffentlich darüber, ob die Kleidung einer Frau an sexueller Gewalt mitschuldig ist. Natürlich wird es vermutlich noch gedacht, aber nicht öffentlich geäussert.

    Fact #1: Over 22 million women in the United States have been raped in their lifetime. (National Intimate Partner and Sexual Violence Survey 2010)

    Fact #2: 18.3% of women in the United States have survived a completed or attempted rape. (National Intimate Partner and Sexual Violence Survey 2010)

    Quelle

    Nur die sexuelle Gewalt allein erschreckt schon. Was mich aber nicht verwundert ist folgender Fakt:

    Fact #14: Of female rape or sexual assault victims in 2010, 25 percent were assaulted by a stranger, 48 percent by friends or acquaintances, and 17 percent were intimate partners. (National Crime Victimization Survey 2010) Fact #15: Almost 10% of high school students are victims of dating violence each year. (Youth Risk Behavior Surveillance 2009).

    Was uns fremt ist, macht uns viel mehr Angst, als das, was uns nahe ist. Was die Grundlage für jeden Fremdenhass, jede Xenophobie, jeden Rassismus ist, greift als Mechanismus auch, wenn Frauen Abwehrstrategien gegen real oder gedacht existierende Gewalt entwickeln. Frauen - und damit auch die befragten Frauen in Gersteins Artikel - haben Angst vor dem unpersönlichen, vage bleibenden "Stranger", dem "Fremden", der angreift - und sollten doch viel mehr Angst haben vor Gewalt vor dem Mann (oder der Frau), der nahe ist. Das, was man seit Jahren über kindlichen Missbrauch sagt, gilt auch für jeglichen Missbrauch, jegliche (sexuelle) Gewalt - die Gefahr droht von denen, die man kennt, nicht etwa von denen, denen man auf der Strasse begegnet.

    Vergleichbare Zahlen für die Schweiz zu finden, stellt sich gerade als schwer heraus. Hier wird stärker differenziert zwischen Häuslicher Gewalt, Gewalttaten generell ohne Ausdifferenzierung nach Geschlecht, Verbrechen gegen die sexuelle Integration ohne Ausdifferenzierung nach Geschlecht und so weiter. Das finde ich ja irgendwie auch wieder abstrus - als ob Gewalt gegen Frauen nur innerhalb des "Hauses", also gemäss Definition innerhalb einer homo- oder heterosexuellen Beziehung, klassischerweise in einer Ehe, stattfinden würde.

    Ich könnte noch ewig weiterschreiben, aber ich finde kein für mich befriedigendes Fazit, ausser: Es schockt mich. Und es verärgert mich.

    Aber dann denke ich an zwei Diskussionen mit Kolleginnen an der Tankstelle, wo ich arbeite. Im Dezember letzten Jahres hatte ich - Murphys Law - gleich zweimal unter Sexueller Belästigung zu leiden, als ich an der Tankstelle gearbeitet habe. Diese Dinge haben mich geärgert, und ich hab mit meinen damalig schichthabenden Kolleginnen darüber geredet.
    Beide waren der Meinung, Männer "seien nun mal so", und man müsse da nicht grossartig zurückgeben, das würde erstens nichts bringen, und zweitens sei es doch gar nicht so schlimm.

    Ich nehme hier eine ganz andere Position ein, und ich dachte, es wäre selbstverständlich, als Frau eine solche Position einzunehmen. Die Position der Frau, die klar kommuniziert, dass so ein Verhalten unangebracht und daneben ist, dass dieses Verhalten die persönliche Privatsphäre der Frau verletzt und sie abwertet. Auch wenn es mir eigentlich noch nicht wirklich jedes Mal gelingt, diese Position wirklich auch zu artikulieren, nehme ich diese Position immerhin geistig ein. Nur so kann ich erreichen, dass ich irgendwann jedesmal adäquat auf solche Belästigungen reagieren kann.
    Aber dass diese Kolleginen diese Haltung gar nicht hatten, hat mich schockiert und überrascht zugleich. Damit zementieren sie irgendwie ebenso wie die befragten Frauen in Gersteins Artikel solches übergriffiges Verhalten. (Das soll nicht heeissen, sie seien daran SCHULD, aber man beseitigt ein Unrecht nun einmal nicht damit, dass man es totschweigt.. Ich begebe mich auf heikle Pfade, merke ich gerade.)

    Ist das vielleicht eine Generationenfrage?
    Vielleicht sind wir in der Schweiz ja auch noch nicht viel weiter, und ich habe einfach die rosarote Brille an.

    Gibt es Dinge, die ihr (ob nun männlich oder weiblich) tut oder eben gerade nicht tut, um Gewalt/sexuelle Belästigungen/Gefahr generell zu vermeiden? Welche?
    Das würde mich nun wirklich interessieren.

    - eine nachdenkliche Rose

  • Blogging everyday in June - Vorläufiges Fazit (BEIJ +1/6)

    Experiment "Blogging everyday in June" - das verlief ganz schön erfolgreich. Ich habe in 30 Junitagen 24 Einträge verfasst - wie meine Blogpostübersicht beweist. Dafür, dass ich 4 Tage krank war (Mitte Juni), dass ich doppelt soviel gearbeitet habe wie sonst (seit Mitte Juni) und dass auch noch die Katze 3 Tage krank war und ich mit ihr zum Tierarzt musste (seit Freitag bis gestern), finde ich, ist dies eine beachtliche Leistung.

    Da ich mich aber an meine eigenen Vorsätze halten möchte, heisst das aber auch: 6 Einträge fehlen noch. Dieses Fazit hier zähle ich dazu, da es doch etwas länger werden wird. Also bleiben danach noch fünf Einträge, die ich in den nächsten 5 Tagen logischerweise verfassen möchte. Experiment geht also weiter. Ich finde es übrigens super, dass Sternenkratzer sich an einem ähnlichen, wenngleich noch ambitionierteren Projekt versucht. Sie möchte gleich 60 Einträge (und Tage?) bloggen!

    Folgende Eindrücke habe ich von meinem Projekt als vorläüfiges Fazit

    1) Zeit -Bloggen ist anstrengend. Es braucht doch einige Zeit, wenn man etwas sinnvolles zusammentippen will, und nicht nur oberflächlichen Drei-Sätze-Mist. Ich habe mich meistens so um 21.30 abends angefangen damit zu beschäftigen, was ich bloggen möchte. Der tatsächliche Eintrag wurde meistens erst um halb 1 fertiggestellt, und auf eine Minute vor 12 zurückgestellt, damit er noch in den "alten" Tag fällt. Ich muss dazu aber auch sagen, dass ich sehr oft nebenher noch Dinge gemacht habe. Hätte ich mich einfach so hingesetzt, ohne Ablenkung, wäre es vermutlich manches Mal schneller gegangen.
    2) Erschöpfung - Bloggen ist anstrengend^2: Damit verbunden ist auch die Erkenntnis, dass es eine gewisse geistige und körperliche Ausgeruhtheit braucht, um zu bloggen. Explizit nach den langen Arbeitsschichten an der Tankstelle, die jetzt, im wunderbaren Sommerwetter noch anstrengender sind, konnte ich mich nur selten aufraffen, zu bloggen. Auch wenn es an diesen Tagen manches Mal eine Anekdote gegeben hätte, die verbloggenswert gewesen wäre, möchte ich abends nicht noch über Kunden-Interaktionen oder dem Gesundheits- und Geisteszustand gewisser Kunden (und Kollegen) nachdenken.
    3) Perfektionismus - Bloggen ist anstrengend^3: Bloggen ist vor allem dann anstrengend, wenn man an sich selber hohe Ansprüche hat. Seitenlange Einträge, ellenlange Absätze, gut durchdachte Argumente und viele Verlinkungen funktionieren halt auch nur dann, wenn man Motivation und Zeit hat. Ein bisschen weniger durchdachtes Gebrabbel, dass ja durchaus auch sein darf/kann, würde vermutlich weniger anstrengend sein und es würde auch öfters etwas entstehen, dass qualitativ vielleicht nicht der tollste Gedankengang ist, dafür aber das chaotische, alltägliche Leben besser abbildet.
    Offenbar möchte ich dies aber nicht mit so einer hochstehenden Challenge verknüpfen. Ich bräuchte wohl mal eine "3-SAtz-Blog"-Challenge, oder etwas, wo man anhand eines beliebigen Formulars jeden Tag "abhandelt".

    Mir hats Spass gemacht - mal sehen, was die nächsten 5 Einträge noch bringen.

    Was ich aber sicher schon sagen kann: Ich möchte mir für die Zukunft vornehmen, einmal pro Woche zu bloggen. Egal was, egal wie, egal wann - aber einmal pro Woche möchte ich bloggen, und dafür setze ich mir auch einen Task bei HabitRPG, damit ich mich dran erinnere. Mein Blog ist mein Tagebuch - und ich möchte mich auch in Zukunft daran erinnern können, was in mir vorging.
    Dementsprechend möchte ich auch mehr meinen Alltag einbinden, sofern das irgendwie möglich ist.

    Cheers!
    Rose

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