Ich habe diesen Monat recht viele Bücher gelesen. Einige davon sind nicht erwähnenswert, andere eher schon. Ein paar Eindrücke hinterlasse ich mal. Hier ist der vollständige Link zu meinem Stapel Ungelesener Bücher (SUB), den zu tilgen ich mir als Ziel gesetzt habe.
Besonders überrascht hat mich das Sammelband Science-Fiction-Kurzgeschichten von diversen Autoren, sie waren wirklich lesenswert und voller neuer Ideen.Normalerweise mag ich Kurzgeschichten eigentlich nicht. Gerade bei Fantasy braucht es viel Zeit und viele Seiten, damit sich eine Geschichte entwickelt. Bei Science-Fiction irgendwie nicht. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass Science-Fiction auch Utopie-Geschichten zulässt, "Was-wäre-wenn"-Geschichten. Die anderen SF-Bändchen gefielen mir nicht so. Denen hat man stark angemerkt, dass sie schon alt sind. Ich muss irgendwie immer lachen, wenn sich die Handlung im Jahr 1995 abspielt, aber der Autor sich das als "Zukunft" ausgemalt hatte.
Rolf Dobellis Denkfehler-Bücher haben mich ebenso begeistert, aber da ich seine Kolummnen schon aus der Sonntagszeitung kannte, wusste ich, dass sie mir gefallen würden. Ich hatte sie in einem Rutsch durch und hatte viele "Aha"-Momente.
Entäuscht war ich von Lukas Bärfuss' "Hundert Tage". Meine Mutter hatte mir dieses Buch vor zwei Jahren geschenkt, und gesagt, es sei sehr eindrücklich. Es geht um einen Schweizer Entwicklungshelfer, der beim Ausbruch des Genozids in Ruanda verbleibt, statt zu fliehen. Ich fand es allerdings eher enttäuschend, wie so oft bei solchen Büchern. Der Hauptteil der Geschichte ist dem Leben Davids gewidmet, dem eigetnlichen Bürgerkrieg und Davids Verhalten im Bürgerkrieg nur etwa ein Viertel. Nicht dass ich blutrünstige Stories erwarte, aber der Klappentext suggeriert halt einen völlig anderen Aufbau.
Ebenso enttäuscht war ich von Peter Berlings' Das Paradies der Assassinen. Seit der Assassin's Creed-Spielreihe bin ich ja ein heimlicher Fan vom Assassinen-Mythos. Ich habe auch schon den dem "Credo" der Assassinen bzw. der Spielreihe zugrundeliegenden Roman "Alamut" gelesen, der sehr zu empfehlen ist, und sich seinen Platz in meinem Bücherregal mehr als verdient. Von Berlings Buch habe ich mir deswegen ziemlich viel erhofft. Aber ich wurde enttäuscht. Die Story besteht aus vielen Protagonisten, keinem einzigen klaren Antagonisten, und hat eigentlich gar keine richtige Story, sondern ist eine Aneinanderreihung von Reisen und Aufträgen, die keinen Sinn ergeben. Zudem hat man beim Lesen das Gefühl, die Aktionen geschehen in einem Zeitraum von zwei, drei Jahren, tatsächlich sind es wohl mindestens 10-12 Jahre, dem Alter einiger Protagonisten zu entnehmen. Leider bleibt der Autor da seltsam vage, obwohl er über den Eunuchen eigentlich die ganze Story um den Aufstieg Saladins und des Falls Jerusalem nacherzählt, fehlen jegliche Jahreszahlen. Auch die ganze Geschichte um das Paradies ist zwar gut recherchiert, aber macht irgendwie keinen Sinn. Der Klappentext verspricht zudem, dass die Protagonisten Sayf und El-Mansur sich auch mal Gedanken um die "Versuchungen" des Paradies machen und das, was sie dafür geben (Tod im Ernstfall). Tatsächlich geschieht diese kritische Reflexion bei keinem einzigen der Hauptfiguren. Überhaupt bleibt die Motivation vieler Protagonisten einfach undurchsichtig, man weiss überhaupt nicht, warum Victor de Montmort, der Sohn eines in Ungnade gefallenen christlichen Kreuzritters, der die Burg neben Masyaf bewohnt, einfach so in die Assassinensekte eintreten kann, ohne dass irgendwer damit Probleme hat. Fazit: Gute Idee, handwerklich nur schlecht ausgeführt, leider.
Begeistert war ich von Brent Weeks: Bereits seine erste Trilogie habe ich ziemlich rasch durchgeschlungen, beim Erstling seiner zweiten Trilogie (Schwarzes Prisma) konnte ich das Buch kaum mehr weglegen. Wo die Nightangel-Trilogie teilweise noch etwas holprig war, beispielsweise früh Figuren eingeführt hatte, von denen man zu lange nicht wusste, wo in der Geschichte sie hingehören, macht WEeks dies im ersten Teil der Lightbringer-Trilogie besser. Was mich besonders fasziniert hat, ist sein Konstrukt von Magie in seiner für den Roman konstruierten Fantasywelt. Magie ist ja immer so eine Sache für sich - viele Fantasyautoren geben ihren Welten Magie in irgendeiner Form, aber denken nie darüber nach, warum und was und wie es überhaupt funktioniert. Das kann funktionieren (Harry Potter), es kann aber auch stören, gerade dann, wenn Magie gerade zu Ende eines Romans als "Deus ex machina" funktioniert, als alleslösende, ultimative Kraft zur Beendigung eines Konflikts, wenn Helden durch sie so mächtig werden, dass mit einem Zauberspruch/einem Relikt/einer Prophezeiung/einem Zauberstab alles wieder heile ist. Und vor allem, wenn der Magie keine Grenzen auferlegt sind. (Ähnlich funktioniert das übrigens mit der Platzierung von Elfen, Orcs und anderen Fantasygestalten, Abziehbilder, die nie oder nur selten hinterfragt werden). Magie an sich ist per se nichts schlechtes, und manchmal braucht es auch gar keine Erklärung, wie die Magie in eienr Fantasywelt funktioniert, aber wenn ich als Leserin das Gefühl habe, der Autor, der Kreative Kopf hinter seiner eigenen Fantasywelt, weiss nicht einmal, wie Magie in dieser fantasywelt funktionieren soll, und wenn man das dem Buch auch anmerkt, dann läuft etwas schief. Deswegen finde ich die Art und Weise, wie sich Brent Weeks Magie (bzw. Chromaturgie) ausgedacht hat, einen erfrischend neuen, interessanten Ansatz. Es zeigt mir, dass er wirklich was drauf hat als Autor. Erfreulich! Der zweite Teil kam am 21. Januar raus, und ich habe ihn gleich verschlungen - er enttäuscht nicht. Jetzt sitze ich auf glühenden Kohlen, was Teil 3 betrifft.
Ähnlich durchdacht schreibt Patricia Briggs über die Magie in ihrer Welt. Ich habe nun bereits den zweiten Band der "Sianim"-Serie bzw. auf Deutsch Aralorn-Serie durchgelesen. Über den ersten bin ich bereits vor einem halben Jahr mal gestolpert, den zweiten habe ich kürzlich in der Buchhandlung gesehen. Eine Wiki-Recherche hat mir gezeigt, dass die Sianim-Serie aus füfn Büchern besteht - ich hoffe nur, Bastei Lübbe bringt die nachfolgenden drei Teile auch noch raus, bisher sind nämlich erst zwei Stück erschienen, obwohl die Bücher zum Teil schon 15 Jahre alt sind. Ich kanns nur hoffen. Die nächsten drei Bücher stehen also bereits jetzt auf meiner "To-Buy"-Liste, obwohl sie noch nicht mal draussen sind. Zudem grüble ich drüber nach, zwei weitere High-Fantasy-Romane von ihr zu kaufen, nämlich Rabenzauber und Drachenzauber, die bei Heyne erschienen sind. Aber mein SUB ist noch soooo riesig!
Ich habe auch ein neues Blog entdeckt, die Seite "Darkstars Fantasy News". Der Autor dieses Blogs scheint viel mehr Fantasy zu konsumieren als ich - ich hoffe, ich werde durch ihn/sie nicht in einen Kaufrausch verfallen. 
Gelesene Bücher (* bedeutet Aufnahme ins Bücherregal, alle andern werden wieder weggegeben)
*Dobelli, Rolf: Die Kunst des klaren Denkens
*Dobelli, Rolf: Die Kunst des klugen Handelns
*Lelord, François: Das Geheimnis der Cellistin
*Weeks, Brent: Schwarzes Prisma
*Weeks, Brent: Die blendende Klinge
*Briggs, Patricia: Aralorn – der Verrat
*Bennet, Robert Jackson: Silenus
*Blazon, Nina: Faunblut
Jaeckel, Birgit: Die Druidin
Harrison, Michelle: Elfenseele – Hinter dem Augenblick
Aldani, Lino: Arnos Flucht
*Diverse: Science-Fiction Stories 72
Dickson, Gordon R.: Das Millionen-Bewusstsein
Moore, Patrick: Scott Sander's Verrat im Weltraum
*Viehl, S. L.: Star Doc - die Seuche
Dragt, Tonke: Tigeraugen
*Bärfuss, Lukas: Hundert Tage
Berling, Peter: Das Paradies der Assassinen
Rose, Malcolm: Der Fluch der Liebenden
*Marr, Melissa: Gegen das Sommerlicht
*Isau, Ralf: Der Kreis der Dämmerung - Teil 1: Das Jahrhundertkind
*Haldeman, Joe: Herr der Zeit
Weggefallen aus dem SUB
--> Das Buch von Jenny May Nuyen "Der magische Bund" fällt weg, weil ich das doppelt habe und schon einmal gelesen. Dies ist mir beim Durchsehen des Bücherregals aufgefallen.
Dazugekommene Bücher (nichts gekauft, nur meine Büchersammlung nochmal durchgesehen)
Man kann das fünfte Buch von Andrzej Sapkowskis Hexer-Zyklus nicht lesen, wenn man die vorhergehenden Bücher schon vor zwei Jahren gelesen hat. Deswegen habe ich mich entschlossen, die Hexer-Geralt-Bücher 1-4 und auch Nummer 1 und 2 der Narrenturm-Trilogie auch noch einmal zu lesen. Macht meine SUB-Liste zwar um einiges grösser, aber sonst wird mir das Lesen ja eh keinen Spass machen.
Zudem habe ich in meinen Büchern noch vier Stück entdeckt, die ich noch einmal oder mal fertig lesen möchte. Sie landen deshalb auch auf meinem SUB.
Dazugekommen sind also folgende Bücher:
Andrzej Sapkowski (Hexer Geralt Zyklus 1-4, Narrenturm 1/2)
- Das Erbe der Elfen
- Die Zeit der Verachtung
- Feuertaufe
- Der Schwalbenturm
- Narrenturm
- Gottesstreiter
Shelley, Mary: Frankenstein (halb gelesen)
Kehlmann, Daniel: Die Vermessung der Welt
Hay, Louise L.: Gesundheit für Körper und Seele
Bryne, Rhonda: The Secret - das Geheimnis (Mal schauen, ob ich diesen New-Age-Kram dieses Mal durchhalte)
SUB-Entwicklung: Plus 10, Minus 23
SUB-Stand 31. Januar: 85