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Archiv der Einträge: Mai, 2011
  • Seminararbeitenupdate: Lust und Frust

    Arbeit 1:
    Hab da mal ein Mail..

    Sehr geehrter Herr M.,

    Nun sind drei Monate vergangen, seit ich meine Seminararbeit über [Thema] eingereicht habe. Ich wollte mich nun einmal erkundigen, ob Sie vielleicht schon Zeit gefunden haben, sie anzuschauen und möglicherweise sogar zu bewerten, damit ich weiss wo ich stehe. Sollte dies noch nicht der Fall gewesen sein, wäre ich ihnen zu Dank verpflichtet, wenn Sie mir mitteilen könnten, bis wann ich ungefähr mit einer Rückmeldung rechnen darf. Dies würde mir eine weitere Semesterplanung erleichtern.

    Vielen Dank schon einmal im Voraus und mit freundlichen Grüssen,
    [Frau Soleans richtiger Name]

    Klingt schön schleimerisch oder? Hab noch ein paar mehr Konjunktive eingebaut, ich hoffe, das war höflich genug dafür, dass ich eingetlich total sauer bin.
    37 Seiten Seminararbeit und seit drei Monaten keine Rückmeldung. Kommunikation ist definitiv nicht die Stärke dieses Herren.

    Bereits vor dem Erstellen der ARbeit habe ich einmal ohne Witz 3.5 Wochen auf eine Antwortmail gewartet, OBWOHL er eine verfickteSekretärin hat. Kein einziger Dozent an der Uni Luzern hat eine persönliche Sekretärin. Wie verwöhnt ist das denn..
    Und ich hatte derweil noch 2 mal Blockseminar bei ihm. Einmal im März, einmal im April und eine Vorbesprechung im Februar. Er hat nie auch nur ein Wort gesagt, nicht einmal, als ich mein Rerferat hielt. Gut, den letzten Termin hab ich versäumt am 5. Mai, aber wenn er mir da etwas hätte sagen wollen dazu, hätte er es doch logischerweise dann danach per Mail gemacht oder was weiss ich?..

    *sauer rumschmoll*

    Das Ding ist auch, ich kann nicht einfach mal bei seiner Sprechstunde vorbeigucken, um ihn zu fragen, was los ist, denn der Herr ist Dozent an einer Uni in Berlin, und war nur zwei Semester hier alsl Gastdozent, wofür er jeweils halt für einen Seminartag eingeflogen ist.
    Naja, wenn ich bis August nichts höre, dann gehe ich persönlich vorbei. Dann bin ich sowieso in Berlin.
    HAHA! :crazy:

    Arbeit 2:
    Bei der anderen Seminararbeit im Fach Ethnologie, die ich verfasst habe, habe ich nachgeschaut in meinen Studienleistungen. Die zweite persönliche Rückmeldung nach der Korrektur blieb aus, aber sie hat mir die Arbeit mit der Note 5.5 als Leistung eingetragen. (5.5 = gut bis sehr gut = 1.5 in D-land)

    Aber irgendwie.. weiss nicht, grad kann ich mich nicht freuen.
    Bin grad genervt. Wie sagte meine Schwester so schön letztens? "Jetzt wurde ich bei zwei Unis angenommen und denk immer noch bin schlecht." Gut formuliert, little Sis.. Ich hab bei meiner zweiten Arbeit seit 3 Jahren eine der höchsten Noten bekommen, die Dozenten überhaupt verteilen, und bin immer noch nicht zufrieden.
    Son Pech aber auch.
    *grummel*

    Arbeit 3: Endspurt, obwohl ich noch nicht mal richtig angefangen habe. Ich muss sie bis 13. Juni abgeben, bin grad dabei, die letzten Argumente aus einem letzten Buch zu absorbieren, morgen und übermorgen werde ich Argumente sortieren und ein Mindmap machen, obwohl ich Mindmaps hasse. HASSE! Aber ich habe den Überblick über diese tausenden Argumente, Gegenargumente, Entkräftungen und Fakten verloren, ich brauch das jetzt alles mal auf einem grossen A3 oder A2 Blatt.
    Danach sollte mir das Verfassen der Arbeit keine grossen Mühen bereiten.

    Arbeit 4: Weiterhin unverändert. Dozent hatte mein Konzept ja angenommen, das Projekt steht hinter der Arbeit 3 erstmal hinten an, weil Arbeit 3 wichtiger ist.

    Sonst so: "Jetzt machst du direkt weiter an der dritten Arbeit? Heieiei.. du hast aber einen Turbo, wow".. Zitat Mutter.
    Weiss ja nicht ob mich mich jetzt geschmeichelt fühlen soll, ob der Bewunderung, die beim "Wow" und der darauffolgenden Umarmung mitschwang in ihrer Stimme, oder ob ich beleidigt sein soll, weil sie es mir nicht zugetraut hat.
    Wobei für das letztere bin ich ja wirklich selbst verantwortlich. Ich habe ihr keinen Grund gegeben, mir dahingehend überhaupt zu trauen.

    Lg,
    Solean

  • Von Bibliothek, Geld und dem Peak Oil.

    Verkehrte Welt, irgendwie. Sollten - wenn es so schön wetter ist - nicht alle eigentlich draussen hocken und die Sonne geniessen?
    Irgendwie hält sich derzeit an meiner Uni niemand daran. Oder eher: In der Bibliothek der Uni. Wobei man hier sagen muss, es ist nicht eine Bibliothek für die Uni an sich, sondern da gehen auch Schüler hin, um zu lernen, oder andere, die einen ruhigen Arbeitsplatz brauchen. Im Winter war immer alles halbleer, heute und gestern schon habe ich um 11 Uhr keinen Platz mehr gefunden.
    Ich hocke gerade im STarbucks und ärgere mich deswegen ein bisschen. Ich hatte Pläne für heute, was ich alles machen will, und ich bin mir nicht ganz sicher, ob mir das hier ebenso gut gelingt wie in der ruhigen Atmosphäre der Bibliothek.

    Immerhin gibts etwas Gutes zu Berichten. Ich war vorhin bei der Bank, mein Lohn ist endlich gekommen, und da ich letzten Monat dank Ostern etwa doppelt soviel wie üblich gearbeitet habe, hatte ich anstatt die üblichen 650 Franken fast 1200 Franken auf dem Konto. (bisschen weniger als 1000 Euro)
    Damit konnte ich meinen Kreditkartenschuldenberg von 1100 Franken um 500 abbauen und ich konnte auch in den Starbucks! Ohne Geld geht ja nix :P

    Ich bin derzeit wirklich nicht so motiviert und es ist mir ein Rätsel, wie ich diese Arbeit schaffen soll. Literatur habe ich immerhin genügend gefunden, aber mich stört es ehrlich gesagt etwas, dass mein Dozent sich - meines Erachtens- viel zu viel einmischt. Ich hatte klare Vorstellungen, wie ich meine Arbeit gestalten möchte, doch er hat sie in eine ganz andere Richtung gelenkt.
    Es geht darum, dass ich Argumente von zwei Wissenschaftlern vergleiche. Der eine denkt, der Peak Oil (WEltweites Ölfördermaximum, also der Zeitpunkt, wo die Förderung von Öl wieder abnimmt, weil es weniger Öl gibt) nicht kommen wird, bzw wir vorher Lösungen dagegen finden, der andere ist der Meinung, der Peak Oil steht kurz bevor. Und irgendwie ist mein Dozent auch vorbelastet, als Chef der ASPO Schweiz (Association for the Study of Peak Oil) will er natürlich, dass ich in meiner Arbeit den Peak Oil möglichst rasch vorhersage.
    Dabei hätte ich mich eigentlich viel lieber nur mit dem dänischen Statistiker Bjorn Lomborg befasst, hätte Pro und Contra Lomborg verglichen in der weltweiten Forschung, aber das wäre dann wohl als Thema zu weit weg vom Peak Oil gewesen. *seufz*

    Blabla, ich weiss, dass ihr das nicht sonderlich spannend findet, aber irgendwie muss ich ja mal auch meckern.

    Vor allem muss ich bis 13 Juni fertig werden. Das wird lustig haha!.. not. -.-

  • Anregendes zum Nachdenken inkl. Buchtipp(s): Bjorn Lomborg - "The sceptical environmentalist"

    [Al] Gores Klage über "eine dysfunktionale Zivilisation" und die verlorengegangene "unmittelbare Erfahrung des wirklichen Lebens" verrät nicht nur eine ängstliche Idealisierung der Vergangenheit, sondern auch eine abgrundtiefe Selbstherrlichkeit gegenüber den Entwicklungsländern. Tatsache ist, dass uns diese Zivilisation – wie wir gesehen haben – in den letzten 400 Jahren einen phantastischen und unaufhörlichen Fortschritt beschert hat. Während der paar Millionen Jahre, die wir auf diesem Planeten gelebt haben, hatten wir grösstenteils eine Lebenserwartung von 20 bis 30 Jahren. Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts haben wir sie mehr als verdoppelt, und zwar auf 67 Jahre. Kinder sterben nicht mehr wie Fliegen – nicht mehr jedes zweite, nur noch jedes zwanzigste stirbt, und die Mortalität geht weiter zurück. Wir sind nicht mehr nahezu chronisch krank und laufen nicht mehr mit verfaulten Zähnen und stinkendem Atem, Eiterbeulen, Ekzemen, Schorf und Furunkeln herum. Wir haben viel mehr zu essen – und das, obwohl die Erde auch viel mehr Menschen beherbergt: Der durchschnittliche Einwohner der Dritten Welt bekommt inzwischen 38 Prozent mehr Kalorien. Der Anteil hungernder Menschen ist von 35 auf 18 Prozent dramatisch zurückgegangen und dürfte bis 2010 noch weiter bis auf 12 Prozent absinken. Zu diesem Zeitpunkt werden wir in der Lage sein, 3 Milliarden mehr Menschen ausreichend zu ernähren. [..] Wir haben mehr Annehmlichkeiten – vom Telefon über sauberes Trinkwasser bis zu Computern und Autos - , die uns das Leben erleichtern. Wir verfügen über bessere Bildung: In der dritten Welt ist die Analphabetenrate von 75 auf unter 20 Prozent gesunken, und das Bildungsniveau ist in entwicklungs- wie in Industrieländern ungeheuer gestiegen – bei der Hochschulbildung in den Entwicklungsländern um fast 400 Prozent in 30 Jahren. Wir haben mehr Freizeit, mehr Sicherheit und weniger Unfälle, mehr Bildung, mehr Komfort, weniger Hunger, mehr Nahrung und ein gesünderes und längeres Leben. Das ist die phantastische Geschichte der Menschheit, und eine solche Zivilisation "dysfunktional" zu nennen, ist schlicht unmoralisch.

    Bjorn Lomborg: Apocalypse no!: wie sich die menschlichen Lebensgrundlagen wirklich entwickel, zu Klampen Verlag, Lüneburg 2002 (S. 382f.)

    Ich mag dieses Zitat vom dänischen Skeptiker und Statistiker Bjorn Lomborg. Ich lese sein Buch zwar gerade auf inhaltiche Fehler bezüglich Voraussagen zum Peak Oil durch, und hab auch einiges gefunden, aber grundsätzlich ist an seinen Schlussfolgerungen vor allem auszumachen, dass die Politik und auch viele andere Bereiche in Bezug auf Umwelt, Verschmutzung, Artensterben und so weiter a) viel zu emotional und b) teilweise mit absurd falschen Vorannahmen und Statistiken argumentieren. Dieses Endzeitapokalypsedenken nennt Lomborg (nicht als einziger) Kulturpessimismus.
    Auch sein Buch "Cool It" ist tatsächlich zu empfehlen, vor allem eben auf den Bezug der zu starken Emotionalisierung von (politischen) Debatten.
    Wie skurril so eine Debatte manchmal dann wird, zeigt er exemplarisch auf am Beispiel der aussterbenden Eisbären. Er weist in diesem Beispiel nach, dass die dramatische Berichterstattung zum Aussterben der Eisbären a) auf falschen Daten beruht und b) kaum als Folge des Klimawandels gesehen werden darf. Zitate hierzu:

    • "Selbst wenn man der Geschichte vom Niedergang Glauben schenken will, bedeutet das, dass wir pro Jahr 15 Bären durch die globale Erwärmung verloren haben, jedoch 49 durch die Jagd." (S. 24)

    • "Die Geschichte der Eisbären lehrt uns drei Dinge. Erstens bekommen wir grob übertriebene und emotional gefärbte Behauptungen zu hören, [..] Zweitens ist die Zukunft der Eisbären nicht die einzige Geschichte, die in diesem Zusammenhang von Interesse ist. [..] Der dritte Punkt ist, dass unsere Besorgnis zur Konzentration auf die falschen Lösungen führt." (S. 25f.)

    • "Wir müssen uns fragen, ob es sinnvoller ist, 49 Bären rasch und mühelos oder 0.06 Bären langsam und durch hohe Ausgaben zu helfen." (S. 27)

    Bjorn Lomborg: Cool it! Warum wir trotz Klimawandels einen kühlen Kopf bewahren sollten, Pantheon Verlag, 2009

    Lomborg leugnet den Klimawandel keineswegs, im Gegenteil sagt er, dass dieser durchaus als ein Phänomen zu betrachten ist, welches derzeit stattfindet. Er bemüht sich aber, dieses Phänomen in gewisse Kontexte zu setzen, und von allen falsch interpretierten und falsch zustande gekommenen Statistiken zu bereinigen, um ein klares Bild zu zeichnen davon, wie es wirklich aussieht – und gleichzeitig auch Lösungen anzubieten.

    Alles in allem: ein sehr lesenswerter Autor, beide Bücher haben mich trotz schwerer statistischer Kost gefesselt bis zuletzt, ich musste mir oft an den Kopf fassen, wenn Lomborg Aussagen von renommierten Verbänden wie WWF, Greenpeace oder auch Politikern "ent"-zaubert und auf die tatsächlichen Fakten herunterbricht.

    Ein lesenswerter Autor also, wenn gleich man auch immer skeptisch bleiben muss. Aber gerade zu diesem Skeptizismus ruft er selber ja auch auf. So lautet denn der englische Titel seines Buches Apokalypse no! auch "The sceptical environmentalist" - und so nennt er sich selber auch.

    LG,
    Rose

  • Sackratten..

    [3:42:31 PM] Rose: jetzt setz ich mich extra innen starbucks, um gemütlich ruhe zu haben..
    [3:42:37 PM] Rose: und dann setzt sich so ein alter kerl an meinen tisch
    [3:42:43 PM] Lorri: oO
    [3:42:46 PM] Lorri: Verscheuch ihn!
    [3:42:47 PM] Rose: uznd irgendwo im gebäude wird gebohrt
    [3:42:50 PM] Rose: der starrt mir auf meien tittenè
    [3:42:55 PM] Rose: und er hat sich am sack gekratzt!
    [3:43:04 PM] Lorri: ahahaha
    [3:43:06 PM] Lorri: *lol*
    [3:43:16 PM] Rose: ._.
    [3:43:21 PM] Lorri: Tut mir Leid. :(
    [3:43:35 PM] Rose: Der hat die HAND SCHON WIEDER IRGENDWO UNTER DEM TISCH


    "Juckts? Dann ab zum Arzt. Stopp Geschlechtskrankheiten.."

    (Der Kerl hat sich dann ungelogen noch weiter ausgiebig am SAck gekratzt. buääh)

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