Okay, okay, okay.. Das kenne ich noch. Noch sehr gut. Das Lampenfieber kam bei mir früher beim Theaterspielen nicht schon Stunden vorher, aber unmittelbar, bevor ich meine erste Bühnenpräsenz in einem Stück hatte, wurde ich nervös. Das flaue Gefühl im Magen, Schweissausbrüche. Ich konnte darauf zählen, dass sie ungefähr 5-10 Minuten vorher auftraten. Bei manchen startete es schon Stunden vorher - bei mir schlug es dafür direkt vorher umso heftiger ein.
Heute ist es nicht anders. Nur stehe ich nicht hinter dem Vorhang einer Bühne, sondern ich starte mein Praktikum morgen. Das erklärt vielleicht, warum ich viel nervöser bin als sonst. Das hier kenne ich nicht. Bereits die Bewerbungsgespräche waren für mich ein reiner Spiessrutenlauf, aber das.. Ich bin im Moment wirklich panisch. Und es kam erst in der letzten STunde. Die letzten Tage habe ich mich erfolgreich abgelenkt mit eifriger Geschäftigkeit. Gezockt, gearbeitet, gestern gelesen bis in die Puppen, heute Morgen 70 Minuten beim Schwimmen ausgepowert und dann heute Nachmittag spontan ins Kino, Hunger Games schauen. Gedanken beschäftigt halten, einfach nicht darüber nachdenken.

Jetzt sitze ich im Starbucks, weil ich zuhause für ein paar Tage kein Internet habe wegen einem Anbieterwechsel, und sie kommt und schleicht sich ein.

Ich mein, ich weiss objektiv, dass ich gut bin und dass der Anfang schon glücken wird, dass ich keine perfekte Leistung bereits zu Beginn hinlegen muss.
Aber dennoch: Es ist da, das Lampenfieber. Die Bühne kenne ich nicht. Sie ist mir völlig fremd.

Sehen wir es objektiv: Das ist wirklich eine Situation, die mir fremd ist. Ich habe erst einmal in einem Beruf angefangen, aber das war anders. Mein Nebenjob ist nichts, was ich für immer machen werde, machen will. Mein Nebenjob ist easy. Und damals war das Probearbeiten um 5 Uhr morgens. Es war anders. Aber das..

Ich weiss nicht, wie ich mich verhalten soll, ich habe das Gefühl, ich werde mich zum Affen machen, und im Vergleich zum Nebenjob habe ich das erste Mal richtig das Gefühl, dass ich nicht sicher bin, ob ich den Anforderungen gerecht werden kann. Ich kann verkaufen und ich kann hübsch lächeln, aber ich weiss nicht, ob ich eine Journalistin bin. Ich flüstere mir seit ein paar Tagen zu, dass sie mich genommen haben, weil ich mein Talent praktisch unter Beweis gestellt habe, weil ich offensichtlich etwas habe, dass sie gut fanden. Ich sage mir, dass es nicht darum geht, alles zu wissen, aber das flaue Gefühl bleibt, dass ich mich zuwenig vorbereiten kann. Weil es learning-by-doing ist. Weil.. Vorbereitung ist essentiell. Ich bereite mich so gut vor, wie es geht, bei Dingen, die ich nicht vorhersehen kann.

Es ist eine gute Übung für mich, ins kalte Wasser geworfen zu werden. Aber die Furcht vor dem kalten Wasser ist noch immer so präsent, so peinigend. Ich möchte nicht ins kalte Wasser geschmissen werden. Früher konnte ich mich nicht daraus retten und bin regelmässig ersoffen. Heute schaffe ich das. Aber ich traue mir noch nicht, dass ich es schaffe.
Ich habe eine sehr schnelle Auffassungsgabe, aber ich habe auch eine viel zu perfektionistische Ader.

Hallelujah.. Wie soll ich das morgen überstehen?
Ich hab ja schon Schiss, wie ich da ins Gebäude reinlaufe, und mich dann blamiere, indem ich sage: "Hallo, ich bin die neue Praktikantin bei Magazin X"... Die gucken mich sicher doof an. ARGDSDF"*ç..
Und überhaupt.. Und sowieso.

Angst.

Nichts ist so schwer wie der allerer(n)ste Anfang.