Vorwort an meine Blog.de-Freunde: Dieser Eintrag ist vor allem für Leser meiner Wow-RP-Geschichte "Sterne über Dalaran" gedacht. Nicht, dass es hier verwirrte Blicke gibt.
Ich schreibe SüD (liebevolle Abkürzung für Sterne über Dalaran) seit mehr als drei Jahren. Es ist meine zweite Fanfiction - die erste entstand aber eher als Zusammenfassung von tatsächlich im RP ausgespielten Ereignissen und ist somit mehr eine Nacherzählung gewesen als eine Fanfiction. In diesen drei Jahren, in denen ich schon an SüD herumbastle, hat mich eines immer mehr und mehr fasziniert - Wann ich schreiben "kann" und wann nicht.
Die letzten Monate habe ich mich mit einem permanent schlechten Gewissen herumgequält. Es lag nicht an der Zeit, wie ein lieber Freund mal im Forum schrieb. Wenn ich ehrlich bin - und das möchte ich auch sein - hatte ich Zeit. Ich hätte Zeit gehabt, mehr als im Sommer 2012, als ich ein Praktikum gemacht habe, mehr als im Frühjahr 2012, als ich mich auf meinen Bachelor vorbereitete, aber dennoch Zeit fand, mit dem Schreiben zu prokrastinieren.
Und doch habe ich nicht geschrieben. Ich habe es vor mir hergeschoben. Es ist etwas, was ich sehr bereue, aber andererseits sehe ich mitterlweile ein, dass es gar nicht anders ging. Es ging gar nicht so ehr darum, dass ich meine Kreativiät verloren hätte - im Gegenteil. W"ie SüD endet, weiss ich eigentlich, seit ich die Geschichte schreibe. Seit Januar 2013 steht das Konzept der letzten Kapitel - ich kann sogar sagen, wieviele Teile es noch werden, nämlich 13 bis 14. Ich weiss genau, wie alles endet, und ich hätte nur noch drauflosschreiben müssen.




Notizbuchseiten über SüD - ihr seht, alles ist schon da. Alles ist in meinem Kopf. Selbst ein Alternatives Ende für meinen RP-Char.
Aber ich bin blockiert gewesen. Eigentlich bin ich es auch immer noch, aber jemanbd hat es geschafft, die Blockade zumindest von einer anderen Seite zu lösen.
Es ist faszinierend zu sehen, wie ich mich über Emotional aufwühlende Situationen hinweg nicht vom schreiben löse, wie ich Traurigkeit, wut, Einsamkeit, aber auch grosse Freude verarbeiten kann, indem ich schreibe.
Wenn ich aber um meine Existenz bangen muss, wenn ich nicht weiss, wie ich einen Haufen Rechnungen bezahlen muss, wenn ich mir sogar überlegen muss, ob ich mir den Tee im Starbucks leistenkann, den ich trinke, während ich schreibe - dann funktioniert in meinem Kopf nichts mehr.
Dann kann ich weder Seminararbeiten schreiben, noch Texte für die Universität lesen, noch mich meinem liebsten Hobby widmen - dem Schreiben. Dann existiere ich nur noch stumpf für mich hin.
Diesen Zustand habe ich vor allem meinem Vater zu verdanken, der seit mittlerweile einem ganzen Jahr seine Unterhaltsbeiträge für meine Ausbildung und mein Leben unregelmässig, zuwenig oder grad gar nicht bezahlt. Anfangs konnte ich das überbrücken - mittlerweile krieche ich auf dem letzten Nerv. Ich wäre im Januar fast exmatrikuliert worden, weil ich die 810 Franken für meinen Semesterbeitrag nicht auftreiben konnte bis zum zweitletzt möglichen Zahlungstermin. Meine Miete April und Mai sind noch nicht bezahlt, Internet hänge ich auch zurück. Mein Geld reicht zurzeit gerade fürs Essen, und mehr auch nicht.
Ich bin so unglaublich sauer, aber gleichzeitig tut es mir auch unendlich leid. Ich bin wütend und traurig, dass mein Vater es allein mit finanziellen Mitteln in der Macht hat, sovieles in meinem Leben zu bestimmen. Fehlendes Geld hat eine unglaublich lähmende Wirkung auf die Psyche, auf den Geist und auf das Herz. Und noch schlimmer ist es, wenn das Geld einem eigetnlich zustehen würde. Es macht mich wütrend, dass er mich in meiner Ausbildung blockiert, dass er mein Selstbwertgefühl blockiert, dass er meine Kreativität blockiert.Und ich bin traurig darüber, dass es sich sogar indirekt auf die Leute auswirkt, die mir doich so treu gefolgt sind in den letzten Jahren. Auf euch, liebe Leser.
Ich möchte nicht zuviel jammern. Ich möchte auch kein Mitleid. Ich möchte höchstens Verständnis und ein "Okay, ich kann nachvollziehen, was du durchmachst".
Ich bin gerade dabei, mich aus diesen destruktiven Mustern zu befreien. Es ist nicht das erste Mal, aber es wird wohl auch nicht das letze Mal sein, dass ich mich aus diesen lähmenden Einflüssen befreien muss. Es ist traurig, aber es gelingt mir immer besser.
Und dank einer anderen lieben Leserin habe ich gestern Abend einen unglaublichen Motivationsboost bekommen. Ich habe kein schlechtes Gewissen mehr, dass nur noch umso mehr blockiert. STattdessen bin ich voller Elan an die Aufgabe gesessen, und habe in nur einer Stunde vier Seiten in die Tastatur gehackt. AUf einmal hat mich mein Netbook, die fehlende Maus, der Lärm im starbucks und die begrenzte Zeit nicht mehr gestört, Dinge, die ich noch vor einer Woche als Ausrede benutzte, nicht zu schreiben.
In diesem Sinne: Auf die letzten 13 Kapitelchen der Sterne über Dalaran! Ich fühle mich geehrt, dass du mir bis heute die Treue gehalten hast. Es geht weiter.

Und es wird nach SüD nicht aufhören - es geht weiter, in einer völlig anderen Welt, alles von mir kreiert. Ich bin ebenso gespannt wie ihr es vielleicht seid.
Cheers!
Rose
